Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Ein Businessplan ist lediglich ein Korsett, in das ich meine Gedanken quetschen kann, um Struktur zu gewinnen. Aus meiner Erfahrung wird dem Businessplan viel zu viel Bedeutung beigemessen.
Ein Businessplan soll die unternehmerische Idee und ihre Umsetzung samt Erfolgsaussichten vorstellen.

photo credit: h.koppdelaney
Die Vorteile:
- der Businessplan zwingt mich, meine Gedanken zu strukturieren. Das hilft, um die Spreu vom Weizen zu trennen, denn beim Schreiben es Businessplans fällt ganz schnell auf, welche Ideen überhaupt strukturierbar sind.
- der Businessplan zwingt mich, mich mit meiner Konkurrenz auseinander zu setzen und eine Marktanalyse zu betreiben. Das bewahrt manchmal vor einer gewissen Blauäugigkeit.
- der Businessplan fordert von mir aus der Blase des Brainstormings ausformulierte Sätze in Hochdeutsch zu bilden. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber häufig zerplatzen Ideen, sobald sie ausführlich beschrieben werden müssen.
- der Businessplan hilft mir, meine Ideen bis ins Detail zu durchdenken. Häufig erkennt man dann erst die Hürden, die in der ersten Euphorie unbeachtet blieben.
Nachteile:
- der Businessplan schluckt zuviel kreative Zeit. Anstatt zu kalkulieren, zu motivieren und zu vertreiben feilt man Wochen an diesem Businessplan, nur um der Bank einen abheftbares Gewissen zu verschaffen.
- der Businessplan muss für die Bank anders formuliert werden als für einen stillen Gesellschafter oder die IHK, weil die Schwerpunkte andere sind.
- der Businessplan kann nicht alle Eventualitäten abdecken. Wenn man alles vorhersehen und analysieren könnte, wäre man Hellseher und nicht Unternehmer
- der Businessplan wird überbewertet. Statt die Unternehmerqualitäten zu begutachten orientieren sich alle an dem Konzept und suchen dort Widersprüchlichkeiten.
Ohne Businessplan brauche ich gar nicht zur Bank zu gehen. Dort sitzen Kreditsachbearbeiter, die dann meine unternehmerische Idee, die Preisgestaltung und die Marktrelevanz beurteilen.
Es tut mir leid: ich spreche diesen Bankern, bei aller Erfahrung, diese Kompetenz ab.
Ich stimme zu, dass sie den Businessplan auf Konsistenz und Vollständigkeit überprüfen können. Ich stimme auch zu, dass es Sinn macht, das unternehmerische Konzept von Fachfremden hinterfragen zu lassen. Aber die unternehmerische Beurteilung können meines Erachtens abhängig Beschäftigte, deren Gehalt bei Urlaub und Krankheit weiter fließt, nicht übernehmen.
Aber solange das noch so ist, wird es auch weiterhin den Businessplan in seiner strengen Form und seinen hellseherischen Komponenten geben.
Ich empfehle, die Vorteile zu nutzen und sich nicht über die Nachteile zu ärgern!
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Sylvia
17. März 2010 um 09:21 Uhr
Ich stimme dir voll und ganz zu – übrigens auch aus der Sicht der Ex-Bänkerin. Wenn ich mir anschaue, wer von den damaligen Kollegen inzwischen Firmenkundenberater ist, dann rolle ich die Augen und hoffe, dass ich nie mit denen um einen Kredit verhandeln muss.
Theoretisches Fachwissen mag da sein, wobei auch hier seit Jahren nur noch Schmalspurwissen über hauseigene Schnellbleiche bevorzugt wird, aber spätestens bei unternehmerischem Denken hört es komplett auf. Aber sowas von komplett *seufz*.
Hier im ländlicheren Bereich zählt übrigens auch die Frauenkomponente noch – selbständige Frauen sind suspekt, sofern sie nicht ein Nagelstudio oder ein Solarium eröffnen wollen, was allerdings zu Recht die Bonität Richtung NULL gehen läßt *läster*.
.-= Sylvia´s last blog ..25.000 Euro Strafe :-( =-.