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Der Schulweg heute morgen hat lange gedauert. Es gab soviel zu entdecken.
+ Warum knirscht der Schnee?
+ Warum sind die Fußspuren von gestern gefroren?
+ Wie genau kann man aus dem gefrorenen Fußabdruck auf den Schuh schließen?
+ Welche Fußspuren kann man auf einer zugeschneiten Rasenfläche entdecken?
+ Warum ist der Fußabdruck des Hundes tiefer im Schnee als der Abdruck der Amsel?
+ Warum ist auf einer großen Rasenfläche mit Baumbestand nur unter einem der Bäume kein Schnee?
Alleine diese ganzen Erklärungen zu diesen ganzen Fragen haben einen ganzen Schulvormittag aufgewogen.
+ Dann kamen wir zu Eisflächen, auf denen man wunderbar schliddern konnte.
+ Dann kamen wir zu Pfützen, deren zartes Eis ganz wunderbar zerbarst, als wir darauf getreten sind.
Aber die spannendste Frage kam zuletzt: durch unsere Entdeckungen gehörten wir zu den letzten der Schulgänger.
Warum hat noch kein Kind vor uns die Pfützen zertreten?
Warum hat kein Kind mit uns geschliddert?
Warum waren auf der Rasenfläche keine Kinderfüße im Schnee?
Ich kann nicht glauben, dass Kinder diesen Reizen widerstehen können, um zielgerichtet mit Tunnelblick der Schulglocke zu folgen!
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Micha
26. Januar 2010 um 12:59 Uhr
Da sind ja tolle Fragen gekommen! Und ja, es stimmt, leider fördert unser schulsystem wohl eher den Tunnelblick als das tiefergehende Fragen! Schade!!!
.-= Micha´s last blog ..Spitzkohl / sweetheart cabbage =-.
Petra
26. Januar 2010 um 14:29 Uhr
@Micha: ich habe mich nicht über die fehlenden Fragen, sondern über die fehlende Neugierde gewundert. Wenn da eine große Wiese ist, voll mit Schnee, dann MUSS man doch einfach da drüber laufen, oder? Warum haben das all die Kinder vor uns NICHT gemacht. Wenn da eine zugefrorene Pfütze ist, dann MUSS man da doch einfach mal reintreten, oder? Warum haben das die anderen Kinder vor uns nicht gemacht? Haben die Eltern getrieben, damit das Kind bloß nciht zu spät in die Schule kommt? Haben die Kinder nicht die für Neugierede notwendige Zeit zum Trödeln bekommen? Ich weiß es nicht!
Frische Brise
27. Januar 2010 um 12:39 Uhr
Ich denke nicht, daß das am Schulsystem liegt.
Muß man denn immer gleich übers Schulsystem meckern?
Viele Kinder werden heutzutage mit dem Auto gebracht.
Viele Kinder haben morgens Streß, weil sie zu spät geweckt werden.
Vielleicht heißt auch, vor dem Unterricht im Schnee stapfen = nasse Schuhe den ganzen Tag lang.
Da bleibt halt keine Zeit, im Schnee herumzustapfen.
.-= Frische Brise´s last blog ..Pommes =-.
Petra
27. Januar 2010 um 12:48 Uhr
@frischeBrise: Du hast natürlich Recht, die Überschrift ist polemisch. Ich bin sogar soweit, dass ich mich immer mehr über Eltern statt über Schule wundere. Meinst Du wirklich, dass Kinder nasse Schuhe morgens kümmern, wenn überall unberührter Schnee liegt? Ich glaube auch, dass es die Hetze am Morgen ist, die verhindert, dass man Neues entdeckt. Aber das finde ich nicht weniger schlimm. Ich lese gerade ein Buch über den mangelnden Müßiggang und die alles tötende Hetze. Wahrscheinlich ist es mir deshalb so negativ aufgefallen.
Hedie
27. Januar 2010 um 20:04 Uhr
Ich denke das liegt nicht nur an der Schule. Da sind ganz viele Faktoren ineinander verflochten. Was ich jedoch glaube ist, dass heuzutage viele Kinder gar nicht ausprobieren können oder dürfen… sei es weil die Socken naß werden, sei es weil es zu gefährlich ist, sei es weil man schlicht und einfach keine Zeit hat für Spirenzchen morgens vor der Schule. Kinder dürfen keine Erfahrungen sammmlen… dadurch verkümmert die Neugierde.
Petra
27. Januar 2010 um 21:08 Uhr
@Hedie: herzlich Willkommen! Sicherlich darf man nicht alles der Schule anlasten, da stimme ich dir zu. Aber warum verhindert man, dass KInder eigene Erfahrungen machen? hat man Angst, dass sie zuviel selber denken? hat man Angst, dass sie zu selbständig werden?
Hedie
28. Januar 2010 um 21:45 Uhr
Das ist ein wirklich schwieriges und komplexes Thema.
Zur Selbststädigkeit: ich beobachte eher, dass Eltern alles daran setzen ihre Kinder von Anfang an zu möglichst viel Selbstständigkeit zu erziehen. Ob sie dabei immer den richtigen Weg gehen, ist eine andere Geschichte. Zum Beispiel soll ein Baby von Anfang an selbstständig einschlafen und durchschlafen lernen. Es soll sich ja nicht an zu viel elterliche Nähe gewöhnen und dann womöglich nie mehr lernen selbstständig und allein einzuschlafen. Ich glaube, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Ich gebe meinem Kind von Anfang an so viel Nähe wie es sie einfordert. Dieses Kind wird sich dann gestärkt (dh voller Selbstvertrauen) von uns als Eltern lösen.
Im Freundeskreis habe ich es mal so erlebt: Die Mutter des kleinen Max hat ihren Sohn ständig bewacht und kontrolliert. Alles sehr liebevoll, aber gleichzeitig hat sie ihm nur ganz wenig zugetraut. Klein Max durfte nicht allein im Garten rumtoben, denn da hätte er sich ja verletzten können. Dieses Kind hat ja nicht mal die Möglichkeit seiner Neugierde freien Lauf zu lassen. Alles wird vorgegeben, vorgekaut, vorselektiert. Wenn man nie fällt und sich verletzt und erfährt das es weh tun kann, weil man immer in Watte gepackt wird…wie soll man da lernen durchs Leben zu gehen?
In vielen Fällen läßt man Kinder einfach nicht mehr Kinder sein. Es ist keine Zeit zum Spielen da, weil man den halben Tag in der Schule sitzt und anschließend noch Hausaufgaben machen muss. Die wenige Freizeit die noch bleibt wird genutzt um die ganze Palette an Förderung mitzunehmen. Da ist nichts mehr mit Kind sein! Unsere Kinder sollen ja nicht Zeit mit spielen vergeuden, mensch! Die sollen konkurrenzfähig werden, die mussen später mal Karriere machen, die sollen sich mal durchsetzen…
… aber ich glaube jetzt geht es ein bisschen zu weit!
P.S. Meine Kinder werden hoffentlich mal glücklich! Gestoßen bin ich übrigens auf deine Seite durch “unerzogen”.