Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Seit mir neulich ein Ingenieur sein Leid geklagt hat, dass auf EINE Stellenausschreibung sich viel zuviele Leute bewerben, beobachte und suche ich den Facharbeitermangel.
Und tatsächlich: als das Nokia-Werk in Bochum geschlossen wurde, wo doch sicherlich nicht nur schraubende Mütter, sondern auch Ingenieure beschäftigt waren, wo waren da die sich schubsenden HeadHunter, die den ach so gesuchten Ingenieur zu fassen kriegen wollten? Die Medien haben nur von Schicksalen und Arbeitslosen berichtet, nie aber über die grenzenlose Erleichterung der umliegenden Betriebe, endlich die nun freigesetzten wertvollen Facharbeiter einstellen zu können.
Und tatsächlich: die Krankenhäuser haben zwar weniger Bewerbungen von Ärzten, aber die Stellen sind immer noch alle besetzt. Einzig deutsche Randgebiete und dörfliche Gegenden haben unter Ärztemangel zu leiden. Aber ist das ein Problem der Knappheit oder ein Problem mangelnder Attraktivität von Standorten?
Und tatsächlich: ein großer Konzern macht pleite und setzt sicherlich nicht nur Verkäuferinnen und Putzfrauen frei. Wo sind die kritischen Medien, die sich freudig darüber auslassen, dass nun viele andere Firmen von den gut ausgebildeten Facharbeitern profitieren, die vielerorts Facharbeiterlücken schließen?
Gucke ich falsch oder gibt es den Facharbeitermangel gar nicht?
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ruediger
3. Dezember 2009 um 19:04 Uhr
Facharbeiter ist nicht gleich Facharbeiter. Die Elektriker, Schlosser, Maler, Sanitärleute, die den Sommer über im Haus waren, haben schon gejammert, dass es nicht einfach ist Leute zu finden, mit denen man fachgerecht arbeiten kann und die das auch wollen. Ob man daraus einen Mangel ableiten kann, weiß ich nicht, der Eindruck drängt sich allerdings auf, wenn Kleinbetriebe (s.o.) über 2-3 Wochen immer die gleiche Anzeige in der Zeitung haben.
.-= ruediger´s last blog ..nimm den =-.
Petra
3. Dezember 2009 um 21:18 Uhr
@ruediger: Ja, das ist sowieso eine interessante Frage: was ist überhaupt ein Facharbeiter, an dem es mangelt? Wieso ist ein Arzt oder ein Ingenieur ein ‘Facharbeiter’? oder ist ein Facharbeiter einfach einer, der was von seinem ‘Fach’ versteht? ich kenne auch den engagierten jammernden Handwerker, der nämlich niemanden mehr findet, der ebenfalls engagiert und zuverlässig arbeiten kann und will. Häufig komemn dann die irrensten Geschichten über Lehrlinge oder Arbeitsamtvermittlungen auf den Tisch. Sehr desillusionierend das Thema.
Schussel
4. Dezember 2009 um 07:24 Uhr
Facharbeiter sind gerade keine Ingenieure. Der Begriff ist feststehend, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Facharbeiter – und an denen mangelt es tatsächlich. Meiner Ansicht nach nicht zuletzt deswegen, weil dauernd auf mehr Studierende gedrängt wird, so als wäre die klassische Ausbildung nichts wert.
Ich weiss jedenfalls aus direkter Erfahrung, dass mein Mann fast 1 Jahr nach einem geeigneten Mitarbeiter gesucht hat. Da kamen Leute (im Bereich Maschinenbau), die das einmaleins nicht beherrscht haben und andere, die gar nichts konnten, manche, die selbst die Ausbildungsinhalte aus dem ersten Jahr nicht wiedergeben konnten… und überhaupt sehr wenige Bewerbungen. Es mangelt tatsächlich an gut ausgebildeten Facharbeitern.
trampelpfade
4. Dezember 2009 um 07:57 Uhr
Ich glaube es gibt keinen Mangel an Facharbeitern, sondern einen Mangel an denjenigen, die sich noch engagieren und auch fortbilden möchten.
Uns geht es in Deutschland anscheinend noch zu gut, als dass man eventuell mal sich etwas mehr bemüht und auch etwas “unattraktivere” Standorte in Kauf nimmt.
Doch gerade auf dem Land hat man die Möglichkeit sich noch wirklich etwas aufzubauen und wenn dann der Ruf gut genug ist, dann kommen auch Kunden aus aller Welt. Ein gutes Beispiel ist das Krankenhaus Vogtareuth. Dies hat als kleines Landkrankenhaus angefangen und wurde dann mit der Orthopädie größer. Jetzt ist es ein sehr großes Behandlungszentrum spezialisiert auf Neurochirurgie, Neuropädiatrie, Wirbelsäulenchirugie usw.
Mit Patienten aus den Großstädten wie München, Landshut und aus Ländern wie Saudi-Arabien und Dubai.
Vogtareuth ist immer noch ein sehr ländliches Dorf, abseits vom Schuss….
Auch fehlt bei vielen die Geduld. Heute anfangen – morgen Chef. Das geht halt nicht.
Aber da musste sich am Anfang auch erst mal jemand engagieren und entsprechende Mitarbeiter bzw. Mitstreiter finden.
.-= trampelpfade´s last blog ..Weihnachtszeit- ohne Sport =-.
Petra
4. Dezember 2009 um 14:56 Uhr
Gibt es jetzt FacharbeiterMÄNGEL oder FacharbeiterMANGEL? Ich erlebe, dass es genügend Facharbeiter gibt, aber deren Qualität läßt zu wünschen übrig. Das ist dann aber ein anderes Problem als das Problem der Knappheit, dass suggeriert wird. Danke für die Definition von FACHKRAFT. Dann gibt es also den IngenieurMangel, den Ärztemangel und den Fachkräftemangel. Ich hatte das bisher unter einem Begriff subsumiert.
Und danke für ein Krankenhausbeispiel, das fällt bei mir natürlich auf fruchtbaren Boden. Auch hier scheinen sich wieder Mangel und Mängel zu mischen. Aber ob Mangel oder Mängel: fehlendes Engagement scheint mir weit häufiger das Problem zu sein als der Ausbildungsstand, oder?
Wolfgang
30. Juli 2010 um 09:53 Uhr
Natürlich gibt es auch Facharbeitermängel, das ist keine Frage. Wer aber aus eigenem Geldbeutel sich weiterbildet und auch bereit ist erst mal oder sogar dauerhaft als Freelancer zu schaffen und dann trotzdem nichts bekommt, der kann ja wohl nicht nur aus “Mangel” bestehen, oder?
Ich bin Freelancer und ich mir hatte ein Vermittler es bestätigt am Telefon. “Herr Uhr,” sagte er “das mit dem Facharbeitermangel ist nur politisches Gequatsche. Sie sind Physiker und was glauben Sie, wie viele arbeitslose Physiker es gibt?”
Und mir kann keiner erklären, dass das *alles* nur Flaschen sind. Natürlich da sind ein paar dabei.
Vielleich was zum Nachdenken: Die Facharbeitermangel Lüge
Argentina Impuras
19. Oktober 2010 um 01:32 Uhr
Deutschland Ihre Unternehmen und ihr Fachkräftemagel! Wenn Unternehmen begünstigt durch die Politik weiter daran arbeiten den Leiarbeiterpool auszuweiten, so dass ausgebildete Fachkräfte nur einen halbwegs gesicherten Lebenstandart durch HarzIV führen können, dann braucht es doch heute keine Verwunderung das gut ausgebildetes Personal ins Ausland geht statt in Deutschland für 6 Euro die Std. plus Hartz zu arbeiten.
Andreas
20. Oktober 2011 um 12:58 Uhr
Kein Facharbeitermangel.
Aus meiner Sicht gibt es so gut keinen Facharbeitermangel.
Ich selbst bin Handwerksmeister in der IT-Technik, mit
Erstausbildung als Elektroniker. Selbstverständlich mit 25 Berufserfahrung.
Man sollte meinen, dass dies eine wunderschöne Kombination ist.
Ich suche schon seit geraumer Zeit…. Eine Anstellung im
Raum Augsburg oder vorzugsweise im Außendienst/Instandhaltung
(Präsentation, Schilungen, Reparatur etc.) in/für den Süddeutschen
Raum. Es ist nichts zu finden. Mehrere Stellengesuchsanzeigen in der Süddeutschen
Zeitung erweisen sich al totaler Flop.
Auf die (sehr) wenigen möglichen und sinnvollen Bewerbungen erfolgte oft erst nach
Mehrern Wochen eine Reaktion, An meinen Unterlagen und Zeugnisse liegt es jedenfalls nicht !!! Mögliche Zuschriften gerne an: AZ-KW19@gmx.de