Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Aufgerüttelt durch einem Kommentar von Sylvia zu der Maßlosigkeit von Schule, ist mir erst nochmal richtig aufgegangen, wie schizophren die Gesellschaft Frauen bewertet.

photo credit: CarbonNYC
Und wie wenig die sogenannte Frauenemanzipation in die gesellschaftliche Denke eingegangen ist.
1. Aufgabe
Kinder gebären
2. Aufgabe
Kinder weggeben
3. Aufgabe
Arbeiten gehen (Facharbeiterlücke schließen)
4. Aufgabe
Hausfrau
5. Aufgabe
treuliebende Ehefrau
6. Aufgabe
fürsorgliche Mutter
Es wird erwartet, dass eine Frau arbeiten geht und ihr Kind fremd betreuen läßt. Gleichzeitig jedoch fällt die Gesellschaft in das herkömmliche Rollenbild zurück, wenn es darum geht, hausfrauliche Qualitäten zu beurteilen.
–z.B. Frau geht arbeiten, wird aber komisch angeguckt, wenn sie keine Stoffreste zu Hause hat für die Schule, denn eine richtige Frau verbringt ihre Abende an der Nähmaschine.
–z.B. Frau geht arbeiten, wird aber komisch angeguckt, wenn abends den Gästen TK-Pizza serviert wird, denn eine richtige Frau hat natürlich das Essen frisch zu bereitet und einen Nachtisch gezaubert.
–z.B. Frau geht arbeiten, wird aber komisch angeguckt, wenn das Kind über Tage einen schmutzigen Anorak trägt, denn eine richtige Frau wäscht selbstverständlich jeden Abend alle Jacken und fönt sie bis in die frühen Morgenstunden trocken.
–z.B. Frau geht arbeiten, wird aber komisch angeguckt, wenn sie nicht zum Schulfest kommt, denn eine richtige Frau sorgt sich tagaus-tagein nur um ihr Kind und übernimmt gerne und willig ehrenamtliche Tätigkeiten in der Schule.
Eine Frau und Mutter soll auf der einen Seite alten Rollenbildern gehorchen und dennoch täglich im Arbeitsleben Männer imitieren.
An diesem Zwiespalt kann man doch nur zerbrechen, oder?
Tweetkeine verwandten Artikel
DüneSieben
12. Februar 2009 um 11:46 Uhr
Absolut!
DüneSiebens last blog post..Die Jungs von heute…
Cleo
12. Februar 2009 um 15:11 Uhr
Wie wahr, wie wahr!
Cleos last blog post..Fernstudium
Kindergarten? « -Thousand Sunny’s Weblog-
12. Februar 2009 um 21:49 Uhr
[...] Sevenjobs befasst sich auch mit dem Thema (aber aus der Sicht einer Frau ). [...]
1000Sunny
12. Februar 2009 um 21:49 Uhr
Bravo!
1000Sunnys last blog post..Kindergarten?
joluva
13. Februar 2009 um 00:06 Uhr
Da kann ich natürlich nur nicken! Als besonders groß empfinde ich den Druck beim Engagement in der Schule. Auch die Erwartung die Klasse bei Ausflügen zu begleiten oder in der Schule zu lesen und dergleichen. “Man” sähe es gern… das Kind wäre sooo stolz… ICH habe es jedenfalls noch nicht geschafft.
Petra
13. Februar 2009 um 09:02 Uhr
Und wenn man sich dann tatsächlich den Tag freischaufelt, um wenigstens 1x die Schulgruppe zu begleiten, dann ist die erste vorwurfsvolle Frage: “Gehen Sie heute gar nicht arbeiten?” Da möchte ich mich am liebsten zu Hause vergraben oder arrogant antworten. Beides ist nicht zielführend :-)
Sylvia
13. Februar 2009 um 09:57 Uhr
Ja, egal, wie man es macht, ist es falsch.
Du hast die Hausfrauen vergessen und somit den Krieg unter den Frauen selbst ;-)
Da regiert blanker Neid, Unverständnis, gegenseitige Vorwürfe – auch das ist ein weites Feld.
Ich weiß nicht, was ich meinen Töchtern raten soll. Leider sind sie in dem Alter, in dem sie mich wahlweise fragen oder aber meinen eigenen Lebensentwurf in Frage stellen.
Die erste zentrale Frage lautet: “Warum soll ich Abitur machen und vielleicht noch studieren, wenn ich hinterher doch daheim sitze und Kinder hüte ?”
Die zweite zentrale Frage lautet: “Warum soll ich Kinder bekommen, wenn ich sie, nur um beruflich weiterzukommen oder überhaupt finanziell existieren zu können, möglichst schon nach ein paar Wochen anderen Menschen anvertrauen muss oder soll ?”
Die dritte zentrale Frage lautet: “Da es mit Kindern wohl immer schwierig ist, sollte ich es nicht ganz lassen mit dem Nachwuchs und mir ein Haustier zulegen ?”
Meine – theoretische – Antwort geht ungefähr in die Richtung, dass ich mir eine Gesellschaft wünsche, in der eine Familie mit ca. 1,5 Gehältern gut leben kann, somit Teilzeit für beide Partner möglich ist, eine Berufswelt, in der ein paar Jahre Ausstieg für eine ruhige Baby- und Kleinkindzeit möglich und ÜBLICH ist, und zwar für MANN und FRAU, und eine Gesellschaft, in der Kindererziehung als wertvoll gilt.
Momentan ist doch jede(r) doof, der/die Kind(er) bekommt, auf Einnahmen verzichtet (ganz oder teilweise) und den gesellschaftlichen Spagat versucht.
Sylvias last blog post..Schnee – mal wieder
axl
13. Februar 2009 um 09:59 Uhr
Ne, wir erwarten doch nur:
- Halbtags-Mutter
- Halbtags-Hausfrau
- Halbtags-Arbeiterin
Das macht dann einen 36-Stunden-Tag. Ist doch fair. Den Rest des Tages dürft ihr dann frei machen :-D
Petra
13. Februar 2009 um 10:40 Uhr
Oh, ‘Krieg unter den Frauen’: ein schönes Thema :-) Ich liebe Frauen, die sich den ganzen Tag aufreiben, fremdarbeiten, dann zu HAuse basteln, backen, einkaufen, denen der Stress und die Müdigkeit ins Gesicht gezeichnet ist und die dann müde lächelnd sagen. “oh, was für ein schöner Tag, ich brauche keine Hilfe, ich habe das alles gut im Griff!” Wenn Frauen nicht selber für sich kämpfen, dann weiß ich auch nicht, was man tun kann. Andere werden auf jeden Fall nicht für uns kämpfen, das weiß ich.
Petra
13. Februar 2009 um 10:43 Uhr
36-Stunden Tag? ja, klingt fair, wahrscheinlich ohne Lohnausgleich im Krankheitsfall (wer ist schon als Frau wirklich mal bettlägrig krank?) und ohne Urlaubsansprüche. Aber im ernst: wir sind auch ein bißchen selber schuld. Warum bleiben wir nicht einfach mal liegen, wenn wir krank sind? warum lassen wir den schweren Wäschekorb nicht einfach mal stehen wo er steht? Warum wuseln wir immer rum, wo andere in Ruhe irgendwo sitzen?
Katja
13. Februar 2009 um 12:56 Uhr
Weil es sonst niemand tut! Und ehrlich, ich habe keinen richtigen “Spaß” am krank sein, wenn ich weiß, dass ich hinterher alles auf arbeiten muss. Da stehe ich ja lieber gleich auf und schleppe mich durch den Tag… *seufz*
Ich selten so gelacht, wie letztens beim Arzt. Er wollte mich krank schreiben. Hatte den gelben Schein schon in der Hand. Meine Antwort, mein “Arbeitgeber” könne noch nicht lesen, hat er erst nicht verstanden. Später meinte er dann noch, ich solle viel liegen und Ruhe halten. Ja, nee, is klar!
Ein anständiges Elterngeld und wenigstens planbare Kinderbetreuung wäre schon ein netter Anfang. Ich habe mich mit meiner Freundin ausgetauscht: mit dem Bundeserziehungsgeld hätte ich am Ende insgesamt sogar mehr bekommen. Und das soll jetzt ein Zufall sein?!
36-Stunden-Tage wären was feines. Aber um alles, wirklich alles perfekt zu erledigen, wären 48-Stunden-Tage noch besser! ;)
Katjas last blog post..Das ist er!!!
1000Sunny
13. Februar 2009 um 15:46 Uhr
Ich habe mal gelesen, dass man “früher” nur ein drittel des Tages brauchte um sich zu versorgen. Den Rest hatte man “frei”.
..
Ich glaube vor 100 Jahren hatten die Hausfrauen auch schon so einen vollen Tag, wie jetzt. Allerdings kochten sie indem sie Steine erhitzten und sie in den Topf mit Kartoffeln warfen und von der Wäsche muss ich gar nichts sprechen.
Mittlerweile haben wir Waschmaschinen, Elektroherde und das Wasser kommt aus der Leitung (sogar warm).
Logisch gedacht müssten wir jetzt den ganzen Tag frei haben und trotzdem ein wundervergnügtes Leben voller Selbsterfüllung haben…
Warum ist das nicht so?
1000Sunnys last blog post..Gedanken bei der Namenssuche
Katja
13. Februar 2009 um 18:35 Uhr
@1000Sunny: Sag sofort Bescheid, wenn du die Lösung gefunden hast!!!
Könnte es sein, dass die Ansprüche einfach zu sehr gestiegen sind?
Katjas last blog post..Unsere abendliche Routine
Petra
13. Februar 2009 um 20:32 Uhr
Die Zeit, die wir durch Maschinen im Haushalt gewinnen, stecken wir in bezahlte, meist abhängige Beschäftigung. Und so können wir uns auf nichts richtig konzentrieren, werden aber sowohl auf der bezahlten Arbeit als auch bei der Heimarbeit zu 100% gefordert und an 120%iger Leistung gemessen.
Mir geht es auch gar nicht um die Menge an Arbeit. Mir geht es um die Position und Wertschätzung von Frauen in der Gesellschaft. Und die ist zweischneidig: wie es gerade paßt, so muss die Frau funktionieren.
1000Sunny
13. Februar 2009 um 21:00 Uhr
Hi Katja,
über die Lösung mache ich mir schon einige Zeit Gedanken. Natürlich haben wir medizinische und technologische Fortschritte – aber die sollten eigentlich alles einfacher und effizienter machen. Die Haushaltsgeräte und die gestiegenen Austattungen der Wohnhöhlen sind auch durch gestiegene Effizienz wettzumachen.
Ich glaube, was die früher nicht hatten, ist: Eine Mega Infrastruktur. Wir bauen so viele Straßen und Schulen. Ausserdem bewohnen wir immer nur eine Hälfte der Welt. Tagsüber im Büro – Wohnung leer. Nachts und am Wochenende in der Wohnung – Büro leer. Manche Innenstädte sind hier am Sonntag tot. Zusätzlich haben wir einen immensen Verwaltungs- und Verteilungsapparat und andere “Berufe” die keinen echten Wert schöpfen – sondern sich rein mit der Umverteilung beschäftigen Banker, Anwälte, Politiker, Steuerberater.
@Petra
Das geht aber nicht nur den Hausfrauen so, egal wer Du heute bist, Du gehörst immer mindestens 10 Gruppen an, die Dich zu einem Feindbild von irgendjemanden machen. Ich denke das ist eher ein Kulturproblem. Wir wollen dauernd besser sein als andere (wo haben wir das wohl her? :) ) anstatt mit anderen zusammen etwas Produktives aufbauen (wo wird so etwas überhaupt nie gemacht? ).
Und da wir uns eine Welt des Vergleichens und Kontrollierens aufgebaut haben (in dem seit Neuestem die Kontroller über eine Investition bestimmen) sind Dinge wie Anerkennung nicht mehr möglich, außer mit dem dazugehörigen Stundenzettel.
1000Sunnys last blog post..Gedanken bei der Namenssuche