Die Unternehmerin sitzt alleine und einsam in einer Hotellobby ( in meinem Zimmer ist natürlich trotz entsprechender Buchung kein WLAN-Empfang), und bearbeitet nach einem anstrengenden Arbeitstag noch ihre Mails und tut sich selber leid.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich die Anderen, wie sie GEMEINSAM essen, sich GEMEINSAM gute Nacht sagen und einfach GEMEINSAM sind.

Die Unternehmerin arbeitet sehr gerne, aber von zu Hause weg, über Nacht, das gefällt ihr nicht.

In diesen einsamen Momenten kommen ihre so gut verdrängten Fragen alle auf einmal wieder hoch:

Muss ich wirklich selbständig sein?

Wäre ich nicht besser angestellt und würde jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren?

Verpasse ich zu viel von der Entwicklung unserer Kinder?

Widme ich meinem Mann zu wenig Zeit?

Diese Fragen sind berechtigt und gehören zum Leben einer berufstätigen Frau dazu. Ich halte es für richtig, diese Fragen auch zu zulassen und sie sich ehrlich zu beantworten.
Die Finanzmanagerin und Erzieherin laufen Sturm:
Verharren Sie nicht im Jammertal, sondern drehen Sie Ihre Gedanken quasi um und stellen Sie sich die, gleichberechtigt existierenden, positiven Fragen:
Wie profitiert meine Familie von meiner Arbeit?
Wie profitiere ich von meiner Arbeit?
Kann ich meine Kunden anders auswählen, um Übernachtungen zu vermeiden?
Wie profitiert mein Mann von meiner Abwesenheit?
Werden die Kinder schnell selbständig, weil die Helikoptermutter fehlt?

Und und und…
Lassen Sie die Rabenmuttergefühle ruhig zu, denn eine Mutter, die nicht bei ihren Kinder ist, entwickelt diese Gefühle. Schämen Sie sich nicht und verteidigen Sie auch nicht. Suchen Sie sachlich nach Ihrer eigenen Position dazu und verändern Sie Ihr Leben, da wo es möglich scheint.

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