Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Alle Welt spricht über den Businessplan:
die einen möchten ihn am liebsten fertig kaufen, die anderen verleihen kein Geld ohne ihn, die nächsten leiten aus der Seitenanzahl die Qualität ab, die vierten scheitern bereits an seiner Erstellung und die fünften heften ihn stolz ab.

photo credit: mradisoglou
Allen ist eigen, dass sie den Businessplan sehr wichtig nehmen und die Fertigstellung eines Businessplans bereits als Firmenerfolg verbuchen.
Doch der Businessplan ist nur der Anfang des unternehmerischen Tuns. Der Schritt danach ist der viel schwierigere, denn man muss die wohl formulierten Ideen in die Praxis umsetzen.
Plötzlich werden die eigenen Ideen meßbar an Umsatz und Gewinn.
Plötzlich werden die eigenen Innovationen meßbar an Kundennachfrage und Besucherzahlen.
Plötzlich leben die eigenen Liquiditätspläne und verzerren die Wirklichkeit.
1. Risiko: unüberlegtes Abweichen vom Businessplan!
Natürlich darf man vom Businessplan abweichen. Allerdings sollte das gut überlegt sein und nicht direkt am zweiten Tag mit schlechen Umsatzzahlen geschehen. Aber natürlich ist es sinnvoll z.B. andere als im Businessplan beschriebene Marketingmaßnahmen anzuwenden, wenn die benannten sich als zu teuer oder nicht zielorientiert erweisen.
2. Risiko: Ziele nicht gewissenhaft umsetzen!
Nach einer Firmengründung gibt es zwei Extreme: die einen legen die Füße hoch und sonnen sich erstmal in ihrem vermeintlichen Erfolg. Die anderen verfallen in Hyperaktivität und versuchen tausend Dinge gleichzeitig. Beides ist aus meiner Sicht falsch. Wichtig ist einen Schritt nach dem anderen zu machen und nicht auf den schnellen Erfolg zu schielen, der ist nämlich selten nachhaltig und führt in die falsche Richtung.
3. Risiko: tägliche Umsatzzahlen überinterpretieren!
Nur weil man selber seit Wochen nichts anderes gemacht hat als über die eigene Firmenidee nachzudenken und ein Produkt/Dienstleistung zu entwickeln, gilt diese Fokusierung nicht für die potentiellen Kunden. Selten hat die Welt nur auf diese eine Idee gewartet. Also darf man den Unternehmensbeginn ruhig angehen lassen und darf sich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Erste Analysen machen frühestens nach einem hlaben Jahr Sinn!
4. Risiko: mehr Mitarbeiter als notwendig einstellen!
Ich kann verstehen, wenn man sich als toller Hecht fühlt, weil man jetzt geschäftsführender Gesellschafter einer 1-Mann GmbH geworden ist. Aber das darf einen nicht übermütig machen. Zu Beginn ist es wichtig die Fixkosten gering zu halten, um umsatzschwache Anfangszeiten gelassen zu überbrücken.
5. Risiko: Zigarren aus Havanna einfliegen lassen!
Das Scheitern trotz guter Ideen im Businessplan ist vorprogrammiert, wenn man nicht solide bleibt. Das gilt für die Idee wie auch für die Ausgaben. Die ersten Einnahmen dienen ersteinmal der Firma, und dann erst dem Unternehmer. Anders als Vorstandsvorsitzende, die nur Arbeitnehmer sind, bekommt der Unternehmer seine finanziellen Fehler schmerzhaft zu spüren und muss sich besonders zu Beginn bemühen, seine eigenen Ansprüche hinten an zu stellen.
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Sylvia
6. Juli 2010 um 09:56 Uhr
Die letzten beiden Punkte sind köstlich :-)
Eigentlich möchte man meinen, das sei selbstverständlich, aber es gibt immer noch viel zu viele “schicke” Jungunternehmer, die ungefähr als zweite “Amtshandlung” die Sonnenbrille ins gegelte Haar schieben und bei einem Autohändler mit Luxusmarken vorstellig werden.
Leider keine überzogene Satire, sondern echt erlebtes :-/
Sylvia´s last [type] ..Kriminell
Petra
6. Juli 2010 um 10:01 Uhr
@Sylvia: Die beiden letzten Punkte sind leider überhaupt keine Satire, sondern aus dem echten Leben gegriffen. Meist sind es taffe Frauen, die dann die Firma retten und die Männer wieder auf den rechten Weg bringen, aber nur unter größter Kraftanstrengung und Selbstaufgabe. Das muss nicht sein: lieber vorher ein bißchen bescheiden bleiben.
rk-f
9. Juli 2010 um 00:04 Uhr
Hab ich das grad richtig gelesen? Meist sind es dann taffe Frauen, die den Männern den Laden retten? Och komm! Frauen machen genau die gleichen Fehler! Im selben Umfang! Es ist vermutlich eher so, dass es mehr Männer sind, die Firmen gründen und eher weniger Frauen … so gesehen, wird es nicht allzu schwierig sein, taffe Männer zu finden, die ihren Frauen den Laden retten … aber ich vermute, das war nur ein Spaß :-)
rk-f´s last [type] ..Schwangerschaft – Erlebnis – Ökonomie
Sylvia
9. Juli 2010 um 10:58 Uhr
@rk-f: Leider habe ich gerade keine Statistik zur Hand, aber ich bin mir absolut sicher, dass ich schon mehrfach entsprechende Zahlen gelesen habe:
1. Frauen gründen vorsichtiger: Sie leasen nicht sofort ein neues Auto, richten sich mit Möbeln sparsamer ein und haben bei ihren Gründungen definitiv einen deutlich niedrigeren Kapitalbedarf.
2. Frauen sind bei der Kreditaufnahme vorsichtiger. Teilweise allerdings auch zwangsläufig, weil Banken an Frauen noch immer ungern Kredite geben – ich glaube, Petra hat hier im Blog schon einmal darüber geschrieben.
3. Frauen packen notfalls auch mal an, powern durch, während viele Männer in Krisenzeiten durchaus dazu neigen, die Post nur noch in die Eecke zu werfen und auf ein Wunder zu hoffen.
Jaaaa, ich weiß, das sind Klischees, und es gibt definitiv sehr fließige und seriöse männliche Firmengründer und -Inhaber sowie gruselige Existenzgründerinnen (spontaner Gedanke: DREI neue Nagelstudios innerhalb eines Radius von 1.000 m innerhalb von wenigen Monaten – das KANN nicht klappen). Es ist aber meine langjährige Erfahrung, dass tendeziell Männer eher Schaum schlagen (was übrigens unternehmerisch betrachtet auch manchmal vorteilhaft ist), während Frauen sozusagen “richtig” was wegschaffen.
Sylvia´s last [type] ..Kampfkuh
rk-f
9. Juli 2010 um 14:20 Uhr
Hi Sylvia,
ne, ich glaube nicht, dass das Klischees sind, das wird schon so stimmen – vielmehr glaube ich, dass das mit der Relation zu tun hat … es sind einfach viel mehr Männer, die gründen. Wenn die Zahlen sich angleichen, wird sich (vermutlich) zeigen, dass es da keinen großen Unterschied gibt.
Tatsächlich scheint mir, dass Männer eher schneller entschlossen sind und auch gerne größere Risiken eingehen als Frauen, dadurch aber auch eher größere Gewinne einstreichen können – wobei das sicher auch durch meine Erfahrungen mit Frauen vorgefiltert ist (ich hab es nur mit Frauen zu tun). Mir scheint auch, dass Frauen eher mal mit kleineren Brötchen zufrieden sind, als die großen Jungs. Ganz prinzipiell glaube ich aber, dass beide Geschlechter gleich viele Fehler machen … gleich unnötig :-)
Das Beispiel mit den Nagelstudios kann ich zum Teil bestätigen Auch in unserem Dörfle gab aus auf einer Fläche von 1000 Metern drei Neugründungen zu den schon bestehenden 3 Studios … und alle scheinen sich zu halten … erstaunlich! Vielleicht eben WEIL Frauen eher auch mal mit den kleinen Brötchen zufrieden sind und dann nicht so schnell hinwerfen wie leicht zu kränkende männliche EGOs :-)
rk-f´s last [type] ..Schwangerschaft – Erlebnis – Ökonomie
Petra
9. Juli 2010 um 21:01 Uhr
@Sylvia, @rk-f: danke Sylvia, für deinen ausführlichen Kommentar. Mich hat der Einwand von rkf auch erst ins Grübeln gebracht, aber ich kenne tatsächlich nur Männer, die ausgeflippt sind und keine Frauen. ich bin weder ein Frauenversteher noch ein Männerhasser, ich versuche die Dinge realistisch darzustellen, deshalb waren die taffen Frauen ernst gemeint, aber nicht emanzipistisch verblendet. Ich kennen keinen Mann, der hilfespendend ein nagelstudio unterstützt, aber ich kenne viele, viele Frauen in Handwerksbetrieben, die die Buchhaltung schmeißen und das Geld zusammenhalten. Vielleicht ist meine Wahrnehmung selektiv, vielleicht sind Frauen wirklich auch mit wenig zufrieden, vielleicht rauchen auch Frauen einfach nicht gerne Zigarren? Wer weiß das schon so genau :-)
rk-f
10. Juli 2010 um 19:23 Uhr
Dafür habe ich einige haarsträubende Schiffsuntergänge von Frauen-Existenzgründungen gesehen, die sich in jeder Hinsicht mit katastrophalen Männer-Gründungsgeschichten messen können!
Nun, ich glaube, keiner von uns hat alle Gründungen gesehen und keiner von uns hat alle Geschichten dazu erlebt – also ist es müsig, das auszudiskutieren. Es war halt so, dass der Klang deines Kommentars, Petra, bei mir den Eindruck erweckte, dass aus deiner Sicht die (meisten) Burschis ohne ihre Mausis aufgeschmissen sind und die Mausis dann in heroischer Manier selbstlos die Arena betreten, um den Arsch ihrer Männerdilettantos zu retten :-)
Aber, um dein Beispiel aufzugreifen, versuch mal als Mann deiner Frau klarzumachen, dass ihr Baby, sprich Nagelstudio, am absaufen ist. Wenn du das mal erlebt hast, verstehst du vieles neu … :-))
rk-f´s last [type] ..Schwangerschaft – Erlebnis – Ökonomie