Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Die Beobachtungsfähigkeit und damit auch die Ausdrucksfähigkeit der Menschen verarmt immer mehr.
Man kann kaum dagegen an. Trotz InfoFlut wissen wir nicht mehr, sondern irgendwie weniger.
Alles was fliegt ist ein VOGEL. Keine AmselMeiseBuchfinkSpecht, sondern einfach VOGEL.
Alles was brummt ist eine BIENE. Keine WespeHummelStehfliege, sondern einfach BIENE.
Alles was ein Geweih hat ist ein HIRSCH. Kein RotwildDammwildSteinbock, sondern einfach HIRSCH.
In gleichem Maße verarmen auch die Adjektive. Wer nicht beobachtet, der verlernt wohl auch detailliert zu beschreiben.
Funktioniert irgendwas am PC nicht lautet die Fehlermeldung “Mein Computer geht nicht!” Alle EDVler können ganze Bücher damit füllen, welche irrwitzige Problem sich in Wirklichkeit hinter dieser Meldung verbirgt.
Gefällt das Kleidungsstück nicht, dann ist es “doof” einfach nur “doof” oder “uncool”, aber nicht ZukleinZuengDieFarbeStehtDirNicht.
Ich finde es wichtig, dass die Kinder die Vögel unterscheiden können, dass sie anhand der Schnäbelformen erkennen könne, welche Nahrung der Vogel verspeist, ich finde es beeindruckend, wenn die Kinder mit geschlossenen Augen die verschiedenen Geräusche bei Regen beschreiben können, ich staune, wenn die Kinder Geschichten entwickeln, deren Sätze nicht mit “Und dann, und dann und dann” beginnen dürfen.
Gestern saß ein prächtiger Eichelhäher in der Mittagspause auf dem KrankenhausInnenHof und war für alle anderen dann doch nur “ein schöner Vogel”.
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ramona
16. Juni 2010 um 10:47 Uhr
So eine schöne Eichelhäherfeder. Ich hab letztens auch so eine große gefunden. Die gehören zu meinen Lieblingsvögeln. Geschichten und Märchenlesen trägt viel zur Sprachentwicklung bei. Ich merke das am Satzbau meiner Tochter, wenn sie vor sich hinspielend ihre Handlungen kommentiert. Dann spricht sie nämlich in “Märchensprache”. Sie benutzt “er ging” (anstelle von gegangen) und Worte wie “reinlich”. Das freut mich immer.
ramona´s last [type] ..Hausschuhe
nata
16. Juni 2010 um 12:47 Uhr
Die Sprache ist so reich wie sie es immer war. Was Du bemängelst ist ja in erster Linie eine gewisse Ungenauigkeit in der Bezeichnung. Die entsprechenden Ausdrücke sind immer noch vorhanden. So lange es Eichelhäher gibt, wird es vermutlich auch ein Wort dafür geben.
Trotzdem verstehe ich, was Du meinst. Gerade, wenn man viel im Interner kommuniziert, kann man den Eindruck gewinnen, die Sprache wird immer nachlässiger gebraucht.
Gleichzeitig muss man sich fragen, ob man es selber immer so genau nimmt, mit der Sprache.
Ich muss zugeben, dass bei mir auch so manches Post rausgeht, das schlampig getextet oder fehlerhaft ist. – Was soll ich da anderen Leuten vorwerfen?
nata´s last [type] ..Schon wieder ein Mädchen!
nata
16. Juni 2010 um 12:49 Uhr
Siehste, kaum gepostet, und schon wieder lauter Fehler gefunden…
nata´s last [type] ..Schon wieder ein Mädchen!
Petra
16. Juni 2010 um 12:58 Uhr
@Nata: mich stört nicht die Schlamigkeit, sondern die Ausdruckslosigkeit. Damit geht Differenzierung verloren und es entstehen Mißverständnisse. Wie soll ich ein Problem verstehen, wenn es einfach nur “doof” ist? Die Kinder kann ich noch prägen, mittlerweile habe ich schon zwei zusätzlche Verfechter des Genitivs gewonnen, man kann auch noch viele Adjektive aus Erwachsenen rauskitzeln, wenn man nur lange genug fragt, aber es ist so anstrengend :-)
Bonafilia
16. Juni 2010 um 16:11 Uhr
Die deutsche Sprache wird leider zu wenig angewendet.
Die Eltern sprechen zu wenig mit ihren Kindern, die Bildungsarmut nimmt zu und viele deutschstämmige Jugendliche sprechen mit türkischen Akzent……ich finde das sehr traurig.
Die Eltern bringen ihren Kinder nichts mehr bei und die Natur ist lästig, selbst für Kinder die auf dem Land leben. Im Kinderhaus, 30 Kilometer vor Köln, gibt es Kinder die keine Paprika oder Zucchini kennen.
Meine Tochter ist sprachlich sehr begabt und redet eigentlich den ganzen Tag, benutzt Worte die manch ein Erwachsener nicht mehr im Sprachschatz inne hat. Sie versetzt so manchen ins Staunen und ich bin des öfteren platt welche wunderbaren Sätze da aus den Mund einer 6-jährigen sprudeln.
Amsel Drossel Fink und Star und die ganze Vogelschar….
Liebe Grüße Bonafilia
(Mutter einer Tochter die mich durch ihre Sprachgewandtheit oft an den Rand des Wahnsinns treibt…aber genau so will ich es haben!)
Bonafilia´s last [type] ..Suche
Petra
16. Juni 2010 um 16:18 Uhr
@bonafilia: Wortgewandtheit ist genau das, was ich so häufig vermisse. Klar ist das anstrengend, sowohl beim Zuhören wie auch beim Entgegnen, aber sind wir schon so schlapp, dass wir uns noch nicht mal mehr beim Sprechen anstrengen wollen?
nik
18. Juni 2010 um 10:41 Uhr
Woher sollen die Kinder das heute denn noch lernen? Von Spongebob? Wenn die Eltern nicht mit ihren Kindern in die Natur gehen und ihnen die verschiedenen Vögel, Bäume und Blumen erklären wird es nicht funktionieren. Und wie will man das in der Stadt tun? Früher als es noch keinen Computer und kein Fernsehen gab, da musste man die Kinder noch anderweitig beschäftigen und mal in den Grugapark fahren. Aber so? Wozu? Warum? Die Kinder wissen doch gar nicht was ihnen fehlt.
In der Schule meiner Kinder wird sogar kritisiert, wie wortgewandt unsere Kinder sind. Ob wir sie jeden Tag ins Museum schleppen und wir ihnen ständig Wissen eintrichtern. Ob sie bei uns zu Hause denn auch spielen dürften? Da soll ich mich noch rechtfertigen, dass wir viel lesen und die Kinder seit sie ein Jahr alt sind jeden Abend eine Stunde vorgelesen bekommen, kein Fernsehen gucken und sonst auch viele Bücher ansehen. So läuft das eben heutzutage. Und die Sprache ist nur das Symptom nicht die Ursache.
Liebe Grüße, nik
nik´s last [type] ..Buch-Vorstellung: Pattern Motifs A Sourcebook von Graham Leslie McCallum
Petra
18. Juni 2010 um 10:55 Uhr
@Nik: Herzlich Willkommen! das klingt ja irre was Du von der Rechtfertigung schreibst. Sprache ist nur das Symptom, genau das ist es, und die Angst vor Wortgewandtheit und schneller Denkfähigkeit, die deutlich aus der ansonsten gewünschten und steuerbaren Nivellierung herausragt. Aber um die Ursache zu analysieren müßte man sich an die eigene Nase packen, da läßt man es doch lieber alles so schleifen. Schade, schade…
Isla
22. Juni 2010 um 10:39 Uhr
Das ist interessant. Als meine Kinder sich für die verschiedenen Tiere und Pflanzen zu interessieren begannen, die wir auf unseren ziemlich langen Spaziergängen so sahen, habe ich uns Bestimmungsbücher zugelegt, die wir dann in der Karrentasche mit uns durch die Gegend schoben. :-)
Und ja, mir viel auf, dass ich von unserer Tier- und Pflanzenwelt fast NICHTs wusste und es für mich selbst total viel zu lernen gab. Wow! Wir können jetzt über die Wiese streifen und Schmetterlinge mit Namen benennen!
Ich habe mich wirklich gefragt, was ich in der Schule gelernt habe!? Über meine direkte Umgebung nicht viel…
Vor kurzem haben wir einen Buchfink beobachtet, der richtig zutraulich war. Und soo hübsch! Früher wäre das für mich auch einfach nur ein Vogel gewesen. ;-)
Isla
22. Juni 2010 um 10:40 Uhr
…und das erste viel sollte ein fiel sein. ;-)
Isla´s last [type] ..Lernen mit Vertrauen und Geduld