Die Unternehmerin kennt diese Zweifel und Ängste gut: keine Aufträge und die plötzliche Angst vor dem Scheitern, vor dem Konkurs, die aufkeimenden Selbstzweifel und die finanziellen Engpässe.

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Doch als Unternehmer, als Selbständiger darf man sich diesen Ängsten nicht hingeben. Man muss ihnen selbstbewußt begegnen und die Zeit ohne Aufträge sinnvoll nutzen.

Das schreibt sich so leicht nieder, ist aber dennoch sehr schwierig. Manchmal denke ich, dass sich erst in einer auftragsschwachen Phase wirklich zeigt, in wem Unternehmereigenschaften stecken.

DENN:

Eine Zeit ohne Aufträge ist fruchtbar und nicht furchtbar und birgt Chancen, die man nutzen muss.

1. Die auftragsschwache Phase nicht überbewerten:

Als Unternehmer muss man in HalbjahresZyklen denken, besser noch in Jahresumsätzen rechnen und eine mittelfristige Planung von 5 Jahren haben. Nur weil ein Monat weniger Umsätze gebracht hat, geht noch nicht die Welt unter, wenn die JahresGesamtumsätze stimmen. Erst einmal in Ruhe rechnen und die aktuelle Auftragslage prüfen.

2. Sich über Zeiten ohne Aufträge nicht aufregen:

Die ruhige Zeit sollte man als Chance nutzen, um kreativ zu sein. Das kommt nämlich im hektischen Tagesgeschäft oft zu kurz. Jede Aufregung nimmt die Kraft, um zielführend über neue Konzepte nachzudenken oder neue Aufträge zu aquirieren.
3. Das Kundenpotential nutzen:

Es lohnt sich immer, die Bestandskunden anzusprechen und ihnen einen Floh ins Ohr setzen, damit sie vielleicht noch etwas beauftragen. Keinesfalls sollte man seine Zeit mit Kaltaquise vergeuden, sondern sich auf interessierte Kunden konzentrieren.

4. Nicht schmollen und mit der Welt grollen:

Man muss sich zeigen und darf sich nicht schmollend über die Gemeinheit der Welt zurückziehen und abwarten.
Ein Unternehmer muss immer vorwärts blicken, auch wenn vorne machmal nichts zu erkennen ist.

5. Present sein:

Gerade in Zeiten mit wenigen Aufträgen hat man die Zeit sich zu zeigen, auf Messen aufzutreten, Artikel für Fachzeitschriften zu schreiben, Aktionen im Internet aufzubauen etc. Wenige Aufträge bedeutet nicht, dass das Firmenkonzept schlecht ist.

6. Internetauftritt überarbeiten:

Der Internetauftritt sollte immer aktuelle sein, Referenzen zeitnah ergänzt werden und die Leistungsprofile immer ansprechend sein. Häufig fehlt die Zeit für Aktualisierungen, da lohnt sich die auftragsschwache Zeit für ein Redesign.

7. Buchhaltung prüfen:

Liquiditätspläne, Projektforecast, Projektretabilitäten, nicht immer reicht die Zeit, um die Aussagen dieser Kennzahlen richtig zu deuten und die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Die neu geschenkte Zeit sollte man gewinnbringend einsetzen, um aus den Zahlen neue Firmenstrategien abzuleiten.

8. Firmenkonzept hinterfragen:

Nicht nur unter der Dusche oder am Nordseestrand kann man seine Gedanken laufen lassen und sich die Zeit nehmen, Firmenkonzepte, Produktpaletten, Firmenziele und Struktur zu überdenken. Oft gehen konzeptionelle Gedanken im Alltag unter und damit fallen Schwächen zu spät auf.

9. Panik ist heilsam:

Die aufkeimende Panik in auftragsschwachen Zeiten sollte man auf keinen Fall unterdrücken. Denn in jeder Angst wohnt eine Kraft, mit der man Dinge neu bewegen kann. Nur durch die Panik bin ich gezwungen über die Tragfähigkeit meiner Konzepte noch einmal nachzudenken und gegebenfalls nachzubessern.

10. Neue Ideen zu Ende denken:

Oft keimen neue Geschäftsideen auf, die aber im Alltag wieder untergehen oder als unbrauchbar verworfen werden. In ruhigen Tagen hat man die Zeit, auch irre Ideen zu Ende zu denken und ihr Potential zu prüfen. Eine auftragsschwache Zeit ist keine arbeitslose Zeit, aber man kann seine Schwerpunkte nocheinmal neu ordnen.

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