Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Seit vorgestern habe ich einen facebook account.
Zum einen, weil alle davon reden und ich meine bauchgefühlte Ablehnung nicht sachlich begründen konnte.
Zum anderen, weil ich es für mein neues MitMachProjekt: “glücklich sein ohne viel Geld” schlüssig finde, denn wo sonst kann ich eine große community schnell erreichen und zum Mitmachen animieren?
Der erste Schreck bestand darin, dass ich nach der Anmeldung mit Name und privater EMailadresse sofort einen FREUND vorgeschlagen bekam. Und ich kannte diesen FREUND tatsächlich. Allerdings nur rein beruflich und weit entfernt von meiner privaten Email-Adresse. ich weiß gar nicht, wie ich diese Überraschung, dieses Gefühl des ‘BigBrothers’ beschreiben soll.
Nach einigem Nachdenken war dnn klar, dass der FREUND entweder mal meinen Namen auf facebook gesucht hat oder seine EMailkontakte hochgeladen hat und ich darüber als Treffer gefunden wurde, aber im ersten Moment war ich fassungslos.
Dann geht es weiter mit der Anmeldung. facebook gibt nicht eher Ruhe als bis Du begonnen hast FREUNDE zu suchen. Du kannst weder dem Anmeldeprozess noch der Anwendung folgen ohne dauernd, wirklich permanent auf die Fruendschaftssuche hingewiesen zu werden. Ich fühlte mich fast ein bißchen erdrückt von diesem FREUNDEDruck.
Außerdem gibt es keinen Button, der mir das Löschen meines accounts erlaubt. Dank google gibt es zwar Anleitungen dazu, aber aus der Anwendung heraus gibt es keinen direkten Weg. Das finde ich Hammer!
Ich fühle mich bedrängt von facebook, das jede meiner Aktionen wie ein logbuch dokumentiert.
Petra hat ihren Nachnamen geändert, Petra gefällt dies und das, Petra hat in der Nase gebohrt, Petra ist jetzt Freundin von XXX.
Klar, die Bildung der community ist der Geschäftszweck, aber mir persönlich ist das glaube ich zu eng.
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Frische Brise
17. Mai 2010 um 11:36 Uhr
Ich hatte mich auch mal spaßeshalber bei diesem Verein angemeldet.
Mir ging es genauso. Plötzlich wollten Leute meine Freunde sein, die ich Jahrzehnte nicht gesehen habe und auch nie wieder sehen wollte.
Ich hab mich dann nach einem halben Tag wieder abgemeldet, nicht ohne ziemlich viele Nachrichten zu bekommen, daß es der und der und der Freund jetzt ganz doll traurig ist.
Bäh!
G R U S E L I G !!!
.-= Frische Brise´s last blog ..Vielen Dank! =-.
Petra
17. Mai 2010 um 11:39 Uhr
@FrischeBrise: da bin ich aber froh, dass Du das auch gruselig findest, denn Du bist ja noch um einiges jünger als ich. ich dachte schon es liegt am Alter……also im Ernst.
Sylvia
17. Mai 2010 um 16:53 Uhr
Willst du meine Freundin sein ?
Sylvia findet das gut.
Sylvia geht jetzt zur Waschmaschine.
*gggg*
Ich bin seit relativ kurzer Zeit bei Facebook, aus ähnlichen Gründen wie du. Mir geht es wie dir, ich fühle mich manchmal ein bißchen verfolgt. Am meisten stört mich, dass ich nicht differenzieren kann: entweder man ist plötzlich befreundet, oder man kennt sich nicht (oder ich blick’s nicht *g*).
Der Hype hat mich jedenfalls nicht erfasst. Bei mir liegt es vermutlich am generellen Unwillen, mit jedem gleich innigst befreundet sein zu wollen, und möglicherweise auch daran, dass ich die reale und die virtuelle Welt noch ganz altmodisch weitgehend trenne – wobei ich übrigens wirkliche Freunde über das Netz gefunden habe, das schließe ich nicht generell aus, aber es dauert.
.-= Sylvia´s last blog ..Kommunalpolitik auf dem Lande =-.
cvs
18. Mai 2010 um 08:11 Uhr
Guten Morgen,
genau das ist der Grund, warum ich nur bei openBC (aktiv) bin. VauZette, facebook, twitter – alles viel zu exhibitionistisch. Und der Datenschutz bleibt auf der Strecke.
Nachdem, was ich über SocialMedia (wird auch oft als SM abgekürzt, finde ich passend…) bisher gehört habe und aus meiner Zeit als Web-Programmierer so weiß – nein danke, Deine Daten werden nie sicher sein, also definitiv ohne mich.
Andrea
18. Mai 2010 um 11:38 Uhr
Der Datenschutz bleibt auf der Strecke? Ich muss doch bitten: Facebook hat NUR die Information, die man selbst “freigibt” … bei Facebook muss ich nicht zwingend erfahren können, wo Frau Sevenjobs wohnt, auf ihre Webseite ist sie aber verpfichtet, ihre Adresse für jederman sichtbar und zugänglich zu machen…
Was Silvia schreibt: “die reale und die virtuelle Welt noch ganz altmodisch weitgehend trenne” trifft der Kern der Sache und spricht auch damit aus, wieso es eine geniale “Werbefläche” ist, denn hier kreuzen sich die reale und virtuelle Welten. Aber wer denkt, er könne einfach so sein Message bei Facebook laut verkünden, der irrt… alles dort ist basiert auf Beziehungen, die weitaus transparenter als auf jeden Blog.
Wenn man von exhibitionistisch reden will, dann gehe man zu google und sucht nach seinen eigenen Namen… und staune nicht schlecht, was da alles in Erfahrung gebracht werden kann.
Ich habe, z.B. unser Haus entdeckt, habe ich aber NIE einen Bild davon ins Netz gestellt. Danke Google Maps… usw.
Petra
18. Mai 2010 um 11:54 Uhr
Die Datensicherheit kritisiere ich nicht bei facebook. Wer immer Zugriff auf Daten hat wird sie in irgendeiner Form verwerten. selbst geklaute Daten von Steuerhinterziehern sind straffrei in Deutschland zu verkaufen. Da habe ich schon lange den Glauben verloren. Ich habe auch den Glauben an menschen verloren, die freizügig tausende von Daten im Internet freiwillig veröfentlichen. ich muss gar nicht mehr auf die runter gelassenen jalousien achten, ich werde ja bombadiert mit Blogbeiträgen, die ihren baldigen urlaubsabzug verkünden. Einbrechen:leicht gemacht. usw usw.
cvs
18. Mai 2010 um 13:40 Uhr
Natürlich sind vom Anbieter nur die Daten zu schützen, die auch der Nutzer einträgt.
Aber mir geht es weniger darum, ob Hinz und Kunz sich meine Profilseite anschauen, oder ob ein Crawler absaugt, was er kriegen kann.
Und Meldungen zu diesem Thema waren in den letzten Wochen häufig in den Medien.
Ich als Mathematiker setze da eine “Transitivität des Unvermögens” voraus: Wenn die das eine nicht können, wie groß sind dann erst die Defizite in (viel) wichtigeren Dingen?
Vor ca. 2 oder 3 Jahren gab es den Fall, dass die Passwort-DB von studiVZ ausgelesen wurde. Hinterher sollte man sein PW ändern, warum wurde aber keinem gesagt. Wer also bei studiVZ und seinem E-Mail Account das selbe PW verwendete hatte ein Problem, auf das er nicht hingewiesen wurde!
Andrea
18. Mai 2010 um 15:24 Uhr
Die Crawler, sowie google bots et al sind auch hier unterwegs… Daten zur Verhalten von CVS, frische Brise und Andrea werden alle erfasst dank unsere IP Adresse.
Mein allererster deutschsprachiger Blog wurde regelmäßig vom LKA besucht (es handelte sich um Politik, daher vielleicht das Interesse vom LKA).
Surfe ich bei Amazon, so werden Daten vermittelt und festgehalten, hocke ich bei Sevenjobs, so “weis man das bereits”.
Wer sich ins Netz bewegen will, muss selber darauf achten, was er tut und stets wissen: Big Brother ist immer dabei.
cvs
19. Mai 2010 um 07:53 Uhr
Hallo Andrea,
eins vorweg: Es geht mir nicht um meine Verantwortung als “Netzbürger”. Daß alles, was ich im Internet veröffentliche, wie z.B. dieser Kommentar, auch von Dritten, seien es Verbrecher oder Polizisten, gelesen und verwendet werden kann, ist klar. (Kleine Frage am Rande: Wer besitzt das Urheberrecht und das Weiterverwendungsrecht an meinem Kommentar?) Darum geht es mir aber nicht. Mir geht es um die Verantwortung der Dienstleister.
Jeder Programmierer kann im Stammverzeichnis der von im erstellen HPs eine Datei mit Namen robots.txt hinterlegen. In dieser Datei kann er genau festlegen, welche Bereiche von Crawlern besucht werden dürfen und welche nicht. Und die meisten “legalen” halten sich daran.
Tja, und so wichtige Dateien wie Logfiles würde ich generell vom Betriebsystem des Servers schützen lassen. MaW Lesezugriff nur für Admins, Apache nur Schreibzugriff. Ich fände es sehr bedenklich, wenn goolge nicht nur diesen meinen Kommentar spidert, sondern auch gleich die IP, von der aus ich das schreibe, mitgelifert bekommt.
Und ansonsten darf Amazon nach meiner Kenntnis die gesammelten Daten auch nur für eigene Werbezwecke verwenden und nicht verkaufen.
Und meine Bewegungen weiß “man” nur, weil der ISP sie speichert – und da hat das BVerfG ja gerade erst wieder dem Datenschutz eine Lanze gebrochen.
Sicherheit und Datenschutz sind kein Hexenwerk! Admin und Programmierer müssen nur wollen.