Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Oh, mit diesem Titel habe ich lange gehardert. Denn die ersten Entwürfe “Was ziehe ich beim ersten Kunden an!” klangen doch mehr nach negligee als nach einem ernsthaftem Problem für Selbständige.
Aber im Ernst:
die Frage “ich mache mich selbständig: was soll ich anziehen?” hat mich erst lächeln lassen, aber sie ist durchaus berechtigt.
Das äußere Erscheinungsbild ist gerade beim ersten Kontakt sehr wichtig.
Deshalb der Rat:
1. Du mußt Dich selber total wohlfühlen in den Kleidungsstücken.
Von neuen Schuhen ist abzuraten. Ebenso von Feinstrumpfhosen, wenn man ein Hosentyp ist. Es wirkt ungeschickt, wenn man sich die ganze Zeit an der Strumpfhose heraumzupfelt. Wer Strumpfhosen mag, der sollte eine Ersatzstrumpfhose in der Tasche haben, damit er das größtmögliche Maß an Sicherheit dabei hat.
2. Es muss kein Anzug oder Kostüm sein. Aber man sollte den Kleidungsstücken, dass Du sie nicht jeden Tag trägst. Sie müssen nicht sehr teuer sein, aber sie müssen gepflegt und edel aussehen. Gerade Frauen neigen dazu den Kleidungsstil von Männern nachzuahmen, aber ich rate davon ab. Männlich kann man in der Verhandlung inhaltlich auftreten, wenn es denn sein muss, aber optisch sollte man das Weibliche betonen, indem man Farben nutzt, weiche Stoffe anzieht und Akzente in der schwarz-grauen Männerwelt setzt.
3. Es kommt auf die Tätigkeit an. Als Unternehmensberater trittst Du anders auf als als Webdesigner oder SEO Coach oder als Tiersitter.Mache ich als Architekt den ersten Baustellentermin, dann bin ich anders angezogen als wenn ich einen Bürotermin habe.
Generell gilt: Schwarze Hose, weiße Bluse, farbiges Sakko: das paßt immer und sieht auch immer businessmäßig aus.
Mit Jeans ist das immer so eine Sache. Jeans kann man sicherlich gut beim Folgekontakt tragen, aber für den Erstkontakt müsste sie schon sehr edel und leider auch von bekannter Marke sein. Wenn Du Jeans trägst, dann müssen die Schuhe und die Bluse businesslike sein, dann kann die Jeans den Akzent setzen. Die Jeans ist zwar business-akzeptabel geworden, aber als Dienstleister trägt man sie eher selten. Im Büro oder lässig auf der Baustelle ist das sicherlich völlig in Ordnung, aber als Berater wird man nochmal anders angeguckt.
Schminken ist fast ein eigenes neues Thema. Nur ganz dezent schminken ist angesagt, auch hier die Devise, es muss edel und gekonnt aussehen statt protzig. Lieber ein Paar Perlenohrringe tragen und eine schicke Kette als mit der Schminke zu dick aufzutragen.
Mit Parfüm ist das ähnlich. Auch hier nur dezent, aber geschmackvoll.
Beim Sitzen nicht breitbeinig sitzen und beim Händeschütteln in die Augen blicken.
Dann wird alles gut :-)
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Andrea
13. April 2010 um 13:39 Uhr
X Schminke (trag ich eh nicht)
X Perlenkette od. sonst. Schmuck (nur ein Armbanduhr und Ehering)
X weisse Bluse (äh, ich habe noch kleine Kinder… habe lange nichts weisses getragen!)
X Strumpfhose (oops, aber wenn ich keine Jeans tragen soll, dann vielleicht doch die Strumphose und einen Rock?)
Ach was, was wird schon schief gehen?
Ich werde, wenn es einiger maßen trocken ist, meinen braunen Rock mit schwarzen Strumpfhose sowie schwarzen Hemd anziehen. Schlicht.
Sonst müsste ich Jeans anzeihen.
Und je nachdem wie es ausgeht, muss ich wohl am Samstag dann eine Runde Shopping drehen!
(*negligee* — ach Du meine Gute!)
Sylvia
14. April 2010 um 09:14 Uhr
Es mag komisch klingen, aber meine Haarfarbe ist im ersten Halbjahr immer etwas gemäßigter, weil Versammlungen anstehen, während im zweiten Halbjahr andere Termine im Vordergrund sind. Dann sind meine Haare natürlich immer noch im seriösen Bereich *g*, aber doch einen Tick fetziger.
Da mich Modekram nicht wirklich interessiert, quält mich die Outfitfrage immer wieder. Gute Kleidung kostet ja leider nicht gerade wenig, und mein Bürooutfit passt sowas von gar nicht zu meinem privaten Leben zwischen Kinder, Küche und Hausputz *seufz*.
.-= Sylvia´s last blog ..Zukunftslabor Grundschule ??? =-.
Andrea
16. April 2010 um 11:28 Uhr
1. I survived! Yeah!
2. In meinen Rock sah ich gräßlich aus (so altweibisch), so habe ich Jeans, einen schwarzen langarm Shirt und die Schuhe, die ich zum Rock anziehen wollte an.
3. Mein Gegenüber trug auch Jeans und ein Hemd (ich sah aber deutlich gepflegter aus).
4. Spätestens als der Azubi sich uns gegenüber niederliess mit drei Stück Kuchen zum Frühstück (und dies völlig unbeirrt vor uns hin mampfte), wusste ich, dass ich völlig richtig angezogen war.
Grundtenor: gut (das Geschäft hat enorme Potential) und schlecht (sie steht vor der Pleite und “ich kann nicht versprechen, wann das Geld bezahlt wird/werden kann…”).
Ich soll einen Angebot schreiben und einen Entwurf für 1 Monat arbeit.
Mach ich’s? Oder nicht?
Ich glaube ja. Dadurch erhoffe ich 1) einen guten Zeugnis zu bekommen (um andere potentielle Kunde vorzuzeigen) und 2) ich kann diese Erkenntnisse, die ich in der Branche mache (anhand von meiner Recherche) immer noch für mich anwenden.
Jedenfalls wollte ich mich bedanken für die Beratung!
Petra
16. April 2010 um 11:54 Uhr
@Andrea: Wer im ersten Termin als Kunde schon solche AUssagen tätigt, der wird, selbst wenn er kann, nicht bezahlen. Du mußt also von vornherein bereit sein, für umsonst zu arbeiten. Wenn der Kunde insolvent ist, dann ist das in der Branche auch bekannt und es wird Deinem Ruf eher schaden als gut tun, dass Du für diesen Kunden in insolventer Situation noch gearbeitet. Um es mal ganz plastisch auszudrücken: “wie unerfahren ist die denn, dass die einen Auftrag von einem insolventen Kunden annimmt!” Die BeratungsBranche ist da hart und es wird deinen nächsten tagessatzverhandlungen nicht gut tun, glaube ich. Sorry, ich freue mich zwar, dass Dein erster Termin so gut verlaufen ist, würde Dir aber trotzdem raten, lediglich ein Angebot abzugeben und noch KEINEN Entwurf zu erarbeiten. Also noch KEINE abrechenbare Leistung erbringen bevor Du nicht ein unterschriebenes, d.h. einklagbares, insolvenzvermögenfähiges Angebot hast.
Andrea
16. April 2010 um 12:49 Uhr
Genau dieses Information brauche ich. Ganau dieses.
Also. Angebot machen und dann einen Vertrag entwerfen und hinzufügen?
Petra
16. April 2010 um 13:22 Uhr
@Andrea: ja, genauso. Aber es muss aus meiner Sicht kein Vertrag sein, Angebot über die Kosten und dann ein paar AGBs dazu, bei mir paßt das alles auf eine Seite. Hieb- und Stichfest wird es natürlich erst, wenn Du einen rechtsanwalt dazu befragst.
Was ist mit reisekosten? Gelten Reisezeiten als Arbeitszeit? Was ist, wenn der Kunde vereinbarte Termine absagt? Wieviele Stunden umfaßt der Tagessatz? Wo wird die Leistung erbracht: remote oder immer vorOrt? Sind die Preise brutto oder Netto? Zu all diesen Fragen sollten Deine AGB/Angebot eine Antwort enthalten, damit Du abgesichert bist.
Andrea
16. April 2010 um 13:35 Uhr
*grin* Danke!
Ich habe meinen Plan leicht verändert nach dieser Beratung: Schreibst Du einen eBook, kaufe ich ihn dir ab!
AGBs… also geh mich schlau machen (alle meine Unterlagen sind bisher auf englisch… Kunden in Texas und Toronto wollten dies so (o: ).
Andrea
22. April 2010 um 16:29 Uhr
So. Ich wollte nur noch kurz berichten. Ich hatte eine 3 seitig Ablehnung geschrieben. (Ich weiss, das ist nicht üblich und vor allem nicht typisch Deutsch.)
Ich habe den Kunden Wege aufgezeigt, die er gehen kann, die zwar Zeit aber kein Geld kosten.
Und dann habe ich kurz erläutert, welchen Erfolgen er damit erzielen könnte.
Zum Schluss schrieb ich, dass ich für diese Arbeit derzeit keine Möglichkeit sehe, etwas “für lau” zu tun. Aber wenn er sich an meine Empfehlungen festhält, könnte er mich gerne wieder kontaktieren — wenn er sich meine Dienste leisten kann, bin ich bereit, einzusteigen.
Nix habe ich gehört.
Bis heute. Heute haben die 4 mal angerufen. (Jederzeit aufs Band gesprochen.)
Bin mal gespannt, was daraus wird.