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Sehr geehrter Herr Lammert,
meiner Ansicht nach brauchen wir keine Neuregelung der Parteiengesetze, um die irrwitzige Idee, Redezeiten von Politikern zu verkaufen einzudämmen:
wir brauchen lediglich eine Wiederbelebung von GrundWerten!
Wie peinlich, wenn man solche Exzesse nicht aus persönlicher Scham, Ehrlichkeit und Unparteilichkeit unterläßt, sondern NUR, weil es das Gesetz bald verbietet.
Was kommt dann als nächstes?
Ich halte es für einen Irrglauben, dass Politik und Gesetze die Werte einer Gesellschaft ersetzen können. Wenn Raffgier die Ehrlichkeit ersetzt, dann hilft auch keine gesetzliche Regelung mehr.
Ich glaube nicht, dass Sie Ihre Einstellung ändern werden, aber meiner Wut mußte ich Luft machen.
Viele Grüße
sevenjobs
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ruediger
3. März 2010 um 17:11 Uhr
Um Unrecht zu empfinden muss erst einmal das Bewusstsein dafür vorhanden sein. Herr Lammert wurde vorgestern im DLF im Telefoninterview dazu gehört. Soweit ich es richtig verstanden haben, müsse man sich diesbezüglich Gedanken um die Veröffentlichungspraktiken machen, ansonsten erinnere ich mich nur an sinnfreies Blubbern. Seine Antworten empfand ich als Ausweichen und Vermeiden einer Position. Ob es als Bundestagspräsident es so handhaben muss, weiß ich leider nicht.
Hierzulande muss man wohl doch mittlerweile Hotelier sein.
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Petra
4. März 2010 um 08:45 Uhr
@ruediger: das ist ja das Traurige, dass das Unrecht nicht empfunden wird, weil die dafür notwendigen Grundwerte offensichtlich fehlen oder überlagert werden. Ob und wann sich die Spende der Hoteliers durch den verringerten UST-Satz rechnen wird, sei ja mal dahin gestellt. Aber der Aufschrei der Nation ist ja eher gering: Politiker sind so tief gesunken, dass selbst der Verkauf von Redezeiten als ‘normale entgleisung’ angesehen wird. “Sind halt Politiker, was will man erwarten.” Mich würde mal interessieren, was diesen Berufsstand mal wachrütteln kann und wie man wieder das bewußtsein schafft, dass die politiker NUR die Volksvertreter und keine selbstherrlichen Götter sind und dass das Geld, was sie ausgeben eigentlich MEINS ist.
ruediger
4. März 2010 um 08:53 Uhr
@Petra
Im Elfenbeinturm kamen Probleme des niederen Volkes noch nie an. Wobei es sicher auch Politiker gibt, die ihre Aufgabe ernst nehmen wollen, aber die Anderen halt nicht.
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Petra
4. März 2010 um 09:36 Uhr
“Im Elfenbeinturm kamen Probleme des niederen Volkes noch nie an.” : das stimmt, aber irgendwann waren die Brotpreise zu hoch oder die Ausgaben der Königin exorbitant, so dass sich das niedere Volk erhoben hat und dann war plötzlich oben unten und umgekehrt. Auch ein Elfenbeinturm ist einnehmbar, aber ich frage mich, wie hoch die Last in Deutschland werden muss, und damit meine ich nicht nur eine finanzielle Last, damit jemand mitstürmen würde.
ruediger
4. März 2010 um 10:11 Uhr
Gute Frage. Kein Antwort.
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