Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Kind 3 kommt vorbei, liest die Überschrift, schiebt mich zur Seite und schreibt spontan: “ganz einfach: man löst sie!”.
Soviel jugendlicher Übermut fehlt mir zu Zeit, aber da ich mir über die Jahre ein Gerüst zur Problembewältigung gebaut habe, versuche ich es auf meine Art.
1. Grundvoraussetzung: positiv denken
Probleme sind immer zu bewältigen. Es gibt kein Problem ohne positive Aussicht, ohne positiven Aspekt, keine Krise ohne Chance. Es gibt ganz furchtbare Probleme mit Krankheiten oder Existenzängsten, es gibt Situationen, die einem die Luft abdrücken und aussichtlos erscheinen, aber es gibt doch immer einen Schimmer am Ende des Tunnels.
2. Zweimal drüber schlafen
Wenn ein Problem auftaucht bin ich erstmal kopflos. Der Berg scheint unüberwindbar hoch, niemand kann mir helfen, HILFE! Die erste Nacht ist furchtbar, besonders in den depressiven frühen Morgenstunden wachsen die Probleme ins Unermeßliche und die Gedanken lassen sich nicht wieder einfangen. Doch der nächste Tag ist schon besser und ich habe gelernt, nicht in dieser ersten Nacht aufzugeben. Diese schlechte Nacht spornt mich an: jetzt erst recht eine Lösung zu finden oder wenigstens eine Akzeptanz des Problems zu erreichen.
3. analysiere: ziehe das Problem aus der Emotion in die Rationalität
Nach der ersten Nacht kommt die Stunde der Unternehmerin. Ich stelle mich neben mich und versuche mich selber zu analysieren. Ich betrachte das Problem, ich wäge Lösungen oder Vorteile ab, ich liste auf, welche sachlichen Informationen gesammelt werden müssen, um sich ein sachliches Bild von dem Problem zu machen. Ich lese mir alle im Internet verfügbaren Informationen an, damit ich argumentieren kann und ich alle verwertbaren Aspekte berücksichtigen kann. Manches Problem ist gar keins mehr, sobald man es medizinisch oder rechtlich oder steuerlich richtig eingeordnet hat.
4. Lerne zu delegieren
Mache nicht jedes Problem zu Deinem eigenen. Versuche zu erkennen, ob das Problem DEIN Problem ist. Wenn nein, dann versuche es nicht zu lösen, sondern biete lediglich demjenigen Deine Unterstützung an, dessen Problem es ist.
Versuche zu erkennen, ob Du das Problem überhaupt alleine lösen kannst. Wenn nein, dann nimm sofort Hilfe hinzu.
5. akzeptiere: Nicht jedes Problem ist lösbar
Es gibt Probleme, die sind nicht lösbar. Allein diese Erkenntnis ist bereits die Lösung. Wenn das Problem nicht lösbar ist, dann schadet mir meine emotionale Aufregung nur. Sie verblendet mich und nimmt mir die Kraft für das Wesentliche. Wenn das Problem nicht lösbar ist, kann man es dann abschwächen, kann man es erträglicher gestalten, kann man es auf später verschieben? Wenn das Problem heute besteht, welche positiven Aspekte ergeben sich dennoch daraus?
6. Lerne: positive Aspekte müssen nicht immer überwältigend sein
Positive Aspekte müssen nicht immer der Knaller sein um ihre Wirkung zu entfalten. Man muss seinen Blick schärfen, um großen Problemen kleine unspektakuläre Lichtblicke zu entlocken. Aber jedesmal hat sich mir gezeigt, dass auch ein kleiner Lichtblick zum Ansporn werden kann. Die positiven Aspekte helfen zum einen, damit man selber seine Stärke nicht verliert, zum anderen ermöglichen sie aber auch das Weiterdenken, denn Probleme wandeln sich oft im Zeitverlauf.
7. Nicht aufgeben
Probleme sind nicht starr. Man darf nicht aufgeben an der Lösung zu arbeiten, denn Probleme zeigen immer neue Gesichter, stellen sich verändert da, weil man neue Informationen gefunden hat. Stellt man das Nachdenken ein, dann entgehen einem häufig wichtige Ansatzstellen zur Lösung.
Meine Gefahr besteht häufig darin, dass ich zwanghaft nicht aufgeben will, weil ich einfach nicht akzeptieren kann, dass ich die Lösung nicht sehe. Aber dieser Starrsinn hat auch schon oft geholfen, weil ich dadurch nach der ersten negativen Analyse nicht das Fragen aufgegeben habe.
8. Formuliere die Lösung
Formuliere das Problem und formuliere dann die Lösung. Sprich es laut vor Dich hin, denn nur dann fallen mir z.B. die Widersprüche auf. Ich spiele als ob ich einen Vortag darüber halten müßte und erleichtere mir so das eigene Hinterfragen. Denn häufig sind die ersten Lösungen nicht die besten. Häufig will man ganz schnell eine Lösung erzielen und bewertet die Fülle von Sachinformationen falsch.
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