Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Pubertät ist das Wort, hinter dem man als Eltern ab einem bestimmten Alter der Kinder den Zickenkrieg versteckt.

photo credit: southtyrolean
(keywordoptimiert müßte ich jetzt über die Pupertät mit ‘p’ in der Mitte schreiben, denn die meisten Leute suchen Pupertät statt Pubertät).
Nur zu gerne schiebt man als Eltern die Streitigkeiten, den Wandel zwischen Zicke und Schmusekatze und die Alleingänge des Kindes auf die Pubertät.
Gestern habt mir Kind1 einen Spruch vorgelesen:
“Pubertät ist, wenn die Eltern schwierig werden!”
Und ich glaube, da ist was dran.
Erstens gibt es natürlich immer Reibereien, wenn mehrere Leute unter einem Dach zusammenwohnen. Warum bewertet man diese plötzlich so über, nur weil das Kind 12 Jahre alt ist?
Der Unterschied aus meiner Sicht ist, dass das Kind selbstbewußter wird und keine Lust mehr hat, die gewohnte EntscheiderRolle der Eltern zu akzeptieren.
Ich umgekehrt muss schmerzhaft lernen, dass dieses Kind sich nicht mehr so leicht lenken läßt und partout seine eigenen Erfahrungen machen wll. Dieses Kind will sich etwas von mir entfernen, um mir beim Zurückkommen auf gleicher Augenhöhe zu begegnen.
Die Unternehmerin kommt mit diesen Gleichstellungsversuchen gut zurecht, aber die Erzieherin nicht.
- Ist es nicht ein Problem für Eltern, dass sie immer noch an ihrem kleinen Kindern hängen und sich erst an die langen Lulatsche in ihrer Wohnung gewöhnen müssen?
- Ist es nicht ein Problem für Eltern, dass sie das GebrauchtWerden vermissen und die neue Selbständigkeit der Kinder als Liebesverlust überinterpretieren?
- Ist es nicht ein Problem für Eltern, dass sie von heute auf morgen loslassen müssen und ihr Grundvertrauen auf die Probe gestellt wird?
Alle verändern sich dauernd und das ist auch gut so.
Wenn ich auch überhaupt nicht bereit bin zickige keifende Widerworte zu akzeptieren.
Ansonsten muss ich deutlich gelassener werden, sonst bin ich nämlich als Elternteil wirklich das einzige Pubertätsproblem.
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Sylvia
24. November 2009 um 11:14 Uhr
Abwarten. Zwölf ist erst der Anfang *bg*.
Davon abgesehen aber finde ich persönlich nur die Phasen schwer, in denen (nachweislich übrigens) das Gehirn der Teenies so umgebaut wird, dass jeglicher Verstand zeitweise ausgeschaltet wird. Dann findet man sich plötzlich in Gesprächen und Streitereien wieder, über die man eigentlich lachen müßte, wenn es nicht so nervig wäre.
Meine Große hat den ersten Hormonsturm überwunden und “erzieht” nun Kind Nr. 2 mit, sehr erstaunt über dessen seltsame Anwandlungen. Ich grinse nur, wenn sie fragt “War ich etwa auch so?”
.-= Sylvia´s last blog ..Wieder da ! =-.
ruediger
24. November 2009 um 16:14 Uhr
Die Pubertät ist für alle anstrengend, für Eltern mehr als für die Kinder. Das unterschreibe ich. Die Betrachtung, dass sich die Eltern erst in eine neue Rolle einfinden müssen, hat sicher etwas für sich. Doch die Triebfeder des Ganzen ist der liebe Nachwuchs, der über die Erkenntnis eigene Erfahrungen machen zu müssen, ebenso in Erfahrung bringen will, wie weit der elterliche Stresspegel überhaupt getrieben werden kann und was passiert wenn. Gegen Ende der Phase habe ich mir mit der Vorstellung beholfen, dass ich der Baum sei, an dem sich der große böse Bär schrubbert, weil es halt im Fell juckt. Das gehört leider auch zu den zu machenden Erfahrungen. Ich habe es nicht gemocht.
Den Vorsatz deutlich gelassener zu werden wird vermutlich nicht dauerhaft funktionieren. Das haben Generationen von Eltern schon versucht und alle sind mehr oder weniger grandios gescheitert. Das gehört zum Lernprozess des gewollten Abkoppelns und muss hingenommen werden, ebenso wie die Zickereien, hoch individualisierte Dauerextrawürste und gänzlich fragwürdiges Verhalten. Wie Sylvia schon schreibt, dieser Hirnumbau ist schmerzhaft, für alle.
Ich bin froh, das wir diese Phase endlich hinter uns haben. Derart kräftezehrend und fordernd hätten wir das nicht länger haben können/wollen. Und wir hatten nur eine Pubertistin. Gerecht hat es und dennoch.
.-= ruediger´s last blog ..Gespräche in einer Ehe – 01 =-.
Petra
24. November 2009 um 16:43 Uhr
@ruediger @Sylvia: ich wollte, dass Ihr mir Mut macht und nun sowas…:-) Gibt es auch Erfahrungen mit Jungs?
ruediger
24. November 2009 um 18:35 Uhr
ähm, in Sachen Pubertät gibt es leider nichts, womit man anderen Eltern seriös und effektiv Mut machen kann. Da musst Du durch, das erste Mal ist es wohl das Schlimmste, hört man im Umfeld so. ;)
.-= ruediger´s last blog ..Gespräche in einer Ehe – 01 =-.
1000Sunny
26. November 2009 um 12:31 Uhr
Hi Petra,
da hast Du ein paar wertvolle Erkenntnisse gewonnen.
Immer wenn ich zwischen “Pubertierenden Kindern” (gibt es übrigens nur in Deutschland) und ihren Eltern vermitteln musste, waren die Eltern wirklich noch in einer “Bevormundungsphase” die nicht mit der Mündigkeit der Kinder Schritt halten konnte.
.-= 1000Sunny´s last blog ..Entstehung von Systemen =-.