Beim Bloggen bauscht man Ameisen zu Elefanten auf, aber über die wahren Elefanten schreibt man nicht.
Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild der eigenen Existenz und der eigenen Lebensprioritäten.

Ameise auf der Blüte
Creative Commons License photo credit: Henry.

Wie gerne würde ich über die Elefanten berichten,
+ über den Umgang mit Kunden,
+ über Probleme mit der eigenen Verwandtschaft,
+ über Erlebnisse bei der Finanzierung solider Großprojekte,
+ über die eigene Unternehmensführung,
+ über den Frust, dass Mittelständler in der Presse erst ab 500 Mitarbeitern wahrgenommen werden
+ über den Aufbau eines soliden Eigenkapitalstocks und die daraus resultierende private finanzielle Einschränkung
+ über über über

Aber all das verbietet sich von selbst, denn es berührt die Intimsphäre anderer Leute oder gibt zu tiefe Einblicke in vertrauliche Daten. Deshalb muss man beim Bloggen lernen, die Grenzen sauber einzuhalten.

Andererseits: der Blick auf die Ameisen macht einem auch deutlich, dass es ganz viele wichtige Ameisen gibt und dass man gut daran tut, auch auf diese zu achten. Viele Ameisen bilden ein gutes Gegengewicht zu einem Elefanten.
Ich muss dabei immer an den alten Witz denken:
” Viele Ameisen greifen einen Elefanten an und klettern auf seinen Rücken. Der Elefant schüttelt sich, alle Ameise fallen runter bis auf eine. Da feuert die ganze Ameisenmeute die eine Ameise an: `Würg ihn, Willi, würg ihn`.”

So bleibt es also weiterhin bei den aufgeblasenen Ameisen, aber in dem Bewußtsein, dass eine Ameise auch mal von den Problemen mit einem Elefanten ablenken kann.
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