Mir kommt es manchmal tatsächlich so vor, dass Bloggen süchtig macht.
Süchtig danach, sich mitzuteilen
süchtig danach, kleine Erlebnisse als gesellschaftspolitisch relevant aufzubauschen
süchtig danach, tiefe Einblicke in sich und seine Umgebung zu erlauben
süchtig danach, das Internet mit nebensächlichem Geplauder zuzumüllen.

Mir passiert es immer öfter, dass ich kleine Erlebnisse schon beim Erleben daraufhin scanne, ob sie Blogartikelfähig sind. Beim ZeitungLesen, beim Erzählen, beim Diskutieren, immer speichere ich Argumente, die ich für verwertbar halte und über die ich gerne schreiben würde und die Meinung der Leser hören würde.
Umgekehrt macht mich das Bloggen süchtig, Argumentationsketten sauber zu durchdenken und die Polemik im Zaum zu halten. Und das färbt auch auf das verbale Leben positiv ab.

Den Satz “Ich schreibe nur so für mich!” kann ich daher kaum glauben!
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