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Mir kommt es manchmal tatsächlich so vor, dass Bloggen süchtig macht.
Süchtig danach, sich mitzuteilen
süchtig danach, kleine Erlebnisse als gesellschaftspolitisch relevant aufzubauschen
süchtig danach, tiefe Einblicke in sich und seine Umgebung zu erlauben
süchtig danach, das Internet mit nebensächlichem Geplauder zuzumüllen.
Mir passiert es immer öfter, dass ich kleine Erlebnisse schon beim Erleben daraufhin scanne, ob sie Blogartikelfähig sind. Beim ZeitungLesen, beim Erzählen, beim Diskutieren, immer speichere ich Argumente, die ich für verwertbar halte und über die ich gerne schreiben würde und die Meinung der Leser hören würde.
Umgekehrt macht mich das Bloggen süchtig, Argumentationsketten sauber zu durchdenken und die Polemik im Zaum zu halten. Und das färbt auch auf das verbale Leben positiv ab.
Den Satz “Ich schreibe nur so für mich!” kann ich daher kaum glauben!
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Isla
22. Oktober 2009 um 12:41 Uhr
Das ist interessant. Nur so für sich zu schreiben…das wird wirklich kaum einer tun. Irgendetwas hat man doch im Sinn mit seinem Geschreibsel.
Ich habe sehr viele verschiedene Gründe, warum ich blogge.
Allerdings finde ich das Bloggen selber nicht süchtig machend. (Manchmal blogge ich auch garnicht viel…)
Aber das lesen in anderen Blogs dafür umso mehr! :-)
Ich liebe es in anderen Blogs zu stöbern, zu lesen, mich inspirieren zu lassen. Ein Stück Unterhaltung ist es auch – viel besser als Fernsehen.
Bloggen ist toll!
.-= Isla´s last blog ..One full day =-.
Petra
22. Oktober 2009 um 13:06 Uhr
@Isla: das Stöbern in anderen Blogs finde ich auch toll. Ich könnte, wenn ich genügend Zeit hätte, den ganzen Tag darüber Bloggen, was ich woanders gelesen habe und was ich davon halte. Ich habe schon häufig überlegt, ob das wohl jemanden interessieren würde…..
Isla
22. Oktober 2009 um 17:50 Uhr
WArum nicht. Ich habe mal regelmäßig in einem Blog gelesen, in dem die Bloggerin einmal im Monat (oder häufiger?) Links zu anderen interessanten Blog-Posts und Netz-Artikeln, die sie gelesen hatte und weiterempfehlen wollte, gepostet hat. Da war eine Menge Interessantes dabei!
.-= Isla´s last blog ..One full day =-.
Sylvia
23. Oktober 2009 um 09:24 Uhr
Bei mir macht sich noch keine Sucht bemerkbar. Ich habe schon immer, schon in internetlosen Urzeiten, immer mal wieder vor mich hingeschrieben, und ich texte quasi andauernd und in allen Lebenslagen vor mich hin. Natürlich wird nur der geringste Teil davon in die Tasten gehauen, auch ich habe nur 24 Stunden pro Tag und eine begrenzte Konzentrationsfähigkeit.
Wer warum bloggt, wird meistens recht schnell deutlich, wenn man länger mitliest. Sicherlich ist es bei allen die Lust am Schreiben, bei vielen die Information für Freunde und Familie in weiterer Entfernung, oft ein gewisses Sendungsbewußtsein, teilweise Exhibitionismus, teilweise kommerzielle Interessen (sehr spannend übrigens !).
Ich lese seeeeeehr gerne Blogs, habe ich das schon erwähnt ?
Mario Carla
23. Oktober 2009 um 09:54 Uhr
Hallo Petra,
mir geht es wie dir – sehr häufig lese ich Informationen und denke dabei: Kann ich das für einen meiner Blogs verwenden?
Das geht aber vielen anderen Bloggern ähnlich, habe ich zumindest schon öfter gelesen.
Wichtig ist denke ich, auch mal nein sagen zu können:
Nein, jetzt mache ich nicht weiter.
Nein, es wird nicht noch mehr Zeit im Netz verbracht.
Übrigens auf meinen Blog der-lebensunternehmer.de habe ich mich diesem Thema schon angenommen und meinen Umgang damit beschrieben.
Stichwort: Infodiät
Viele Grüße Mario
ruediger
23. Oktober 2009 um 11:29 Uhr
Wer nur so für sich schreibt, veröffentlicht es wohl kaum im Internet und freut sich nicht über Rückkopplungen, sich daraus ergebende virtuelle Kontakte, Diskussionen usw. ;)
IMHO geht es auch darum sich darin zu versuchen, andere Menschen für sich zu begeistern/interessieren, eine Teilnahme am eigenen Leben über die Entfernung zu ermöglichen, ohne Menschen physikalisch in die Wohnung bitten zu müssen. Das Spiel mit den Worten, der Austausch mit anderen, die Kontakt mit Menschen die gleiches oder zumindest ähnliches im Sinn haben, spannende Sache das alles ist. Das hat einen gewissen Mitmach-Charakter.
Es macht durchaus Sinn seinen ‘langweiligen’ Alltag auf blogfähige Inhalte anzuklopfen, der Nebeneffekt ist dieser Alltag wird dann auch anders wahr genommen. Man ist ein Autor für sich und seine Sache, was immer die auch ist. Es ist doch so viel schöner sich auszutauschen und anderen Menschen eine gewisse Unterhaltung, Information oder Kurzweil zu bieten, als das Fernsehen zu bemühen. Bloggt man, ist man wacher, aufgeschlossener und vor allem man schaut weniger Fernsehen, was nur von Vorteil sein kann, angesichts dieses allzu oft dargebotenen Dummfugs dort.
Allerdings ist es schwer eine Grenze zu ziehen und die zu wahren. Der Blogger neigt dazu, im Laufe seiner Karriere immer mehr von sich preis zu geben. Er hat das Gefühl nur für Freunde und Bekannte zu schreiben und vergisst nur zu oft, das die ganze unbekannte Welt mitlesen kann.
Bloggen ist für die Leute toll, die gerne schreiben und sich schreibend austauschen, ich kenne nichts besseres.
Es ist keine Sucht in dem Sinn, es ist ein Drang.
.-= ruediger´s last blog ..Fenster auf – Stöckchen =-.
Petra
23. Oktober 2009 um 12:58 Uhr
@ruediger: “die Grenze zu wahren”: darüber könnte man schon den nächsten Blogbeitrag schreiben. Was verbietet sich, was darf man, wo ist die Grenze der Höflichkeit: das sind die rechten Grenzen. Dann gibt es noch die linken Grenzen: was ist zu intim, was ist zu vulgär, was ist zu diffamierend. Und dann gibt es noch Grenzen oben und unten, die betreffen das Umfeld, die Kunden, die Nachbarn. Ach, was könnte man alles berichten, wenn man nur die Grenzen öffnen würde :-)