7 Berufe prägen eine Frau
Nun sind sie wieder verschluckt die Kinder. Verschluckt von einer Institution, die die Kinder so vereinnahmt, dass nur wenig Zeit zum Kindsein bleibt .

photo credit: bogenfreund
Verschluckt sind sie einen ganzen langen Vormittag (bis 14.15 Uhr Unterricht) lang und nun auch nachmittags. Natürlich nur zum Wohle der Kinder, denn unsere deutschen Kinder haben sonst keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn sie statt mit 18 erst mit 19 einen Abschluss erhalten (wer glaubt das eigentlich wirklich?).
Dafür wird der Lehrstoff in kürzere Lernabschnitte gepresst, weil das einfacher ist, als ihn inhaltlich zu überarbeiten.
Dafür muss das Kind noch mehr Zeit in der Schule verbringen und vergißt ganz, dass es auch und vor allem eine Welt außerhalb der Institution gibt.
Dafür muss das Kind eine Menge Hausaufgaben erledigen, da die Schulstunde nicht ausreicht, um all den Stoff zu vermitteln.
In diesen Vollzeitjob gepresst, hat das Kind nur wenig Chancen, seinen eigenen Interessen nach zu gehen.
Entweder vertieft es sich in die Welt Heinrichs des Achten oder es erledigt pflichtbewußt seine Hausaufgaben.
Entweder vollendet es sein Strohhalm-Unterdruck-Experiment oder es füllt sein Deutsch-Arbeitsblatt aus.
Entweder es kümmert sich um seine KürbisZucht oder es beschreibt das Verhältnis Jesus zu seinen Jüngern.
Den Weg aus der Schulpflicht haben wir noch nicht gefunden, aber als faule Eltern können wir den Vollzeitjob für 10Jährige nicht tolerieren. Wir finden einen Weg darum herum!
Wo bleibt denn sonst das Leben?
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Sieben Jobs täglich bewältigen wir berufstätigen Mütter im Minimum, das ist wirklich kein Grund sich zu verstecken. Organisation, Abstriche und Leichtigkeit sind notwendig, um nicht unterzugehen.
Isla
24. August 2009 um 10:39 Uhr
…das ist wirklich traurig…dass es in Deutschland nicht wirklich anders geht.
Allerdings gibt es einige wenige Schulen, die sich wagen, andere Wege zu beschreiten.
Ist zwar auch nicht ganz, was ich mir wünschen würde, aber sehr nah daran.
Meine Große ist heute zum ersten mal mit dem Rad zur Schule. :-) Sie fährt 4 km, aber mit einer befreundeten Familie zusammen. Bin gespannt, wie sie es findet.
Schulzeit ist bei uns nur 5 Stunden am Tag, und danach keine Hausaufgaben, DAMIT die Kinder ihren Interessen nachgehen können.
Warum können nicht alle Schulen so, oder wenigstens ähnlich funktionieren?
Mario Carla
24. August 2009 um 14:53 Uhr
Hallo Petra,
ich finde noch etwas interessant, wenn Arbeitnehmer 60 Stunden arbeiten würden, dann wäre sofort die Gewerkschaft zur Stelle und würde Ausbeutung und Zetter und Mordio schreien. Bei unseren Kindern ist das ganz normal…
Schöne Gesellschaft in der wir leben, oder?!
Gruß Mario
Micha
25. August 2009 um 10:48 Uhr
Ich frage mich nur, wie man aus dem Vollzeitjob “Schule” aussteigen will? Den Kindern erlauben, manche Hausaufgaben nicht zu machen? Das finde ich fragwürdig? Mir ist schon wichtig, dass meine Kinder ihre Schularbeiten gut erledigen. Außerdem geht es uns doch eigentlich in deutschland ganz gut. Die Schule ist in den meisten anderen Ländern viel anstrengender und aufwendiger (Ganztagsschule, viel Frontalunterricht).
Micha´s last blog ..Markttreiben / country fair
Petra
25. August 2009 um 10:59 Uhr
@Micha: der Vergleich mit anderen Ländern mag stimmen, aber leider nimmt der nur rational den Druck, nicht aber emotional. Die Kinder haben soviele Ideen, was sie gerne lernen würden, aber die Schule hat das nicht oder noch nicht im Lehrplan und die Zeit außerhalb der Schule reicht nicht aus. Also müssen wir Freiräume schaffen, denn ich möchte mir nciht von der Schule mein Leben und die Interessen der Kinder diktieren lassen. Wie genau wir das machen wollen kann ich hier leider nicht beschreiben. Leider ist man auch über Jahre so schulhörig geworden, dass man sich fast gar nicht traut, etwas auszubrechen.