Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Ich kaufe kaum mehr etwas im sogenannten Einzelhandel.
Da wahrscheinlich nicht nur ich das so machen, schließen die kleinen Geschäfte und Boutiquen in der Innenstadt und die Ketten und Einkaufszentren boomen.
Allerdings kaufe ich nicht nur aus Preisgründen, sondern auch aus Zeitgründen viel von zu Hause aus. Dort kann ich abends in aller Ruhe auswählen und muss mir nicht den Samstagsstress in der Stadt an tun.
Was mir manchmal fehlt, ist die Beratung. So ein freundlicher, älterer Herr, der als Inhaber tagaus tagein hinter seiner Ladentheke steht, genau sein Produktsortiment kennt, zu jedem Teil mir glaubhaft etwas erzählen kann, mich gezielt nach meinen Bedürfnissen fragen kann und mir meine Kaufentscheidung schmackhaft macht.
Nichts finde ich unangebrachter als die Beratung im Discounter von kaugummikauenden Menschen, die an mir vorbei gucken, während sie sprechen, und denen aus allen Poren ihre Gleichgültigkeit tropft.
Dennoch födere ich mit meiner GeldOptimiererei genau diese Discounter oder gesichtslose OnlineShops. Aber ist das schlimm?
Denn jede Veränderung birgt auch eine Chance. Auch der Einzelhändler könnte, statt über den Käuferschwund und das Center auf der grünen Wiese zu jammern, einen onlineShop eröffnen und die Kunden eben dort abholen, wo er sie findet, nämlich zu Hause vor dem PC. Warum bietet der Weinhändler seine Weine nicht im onlineShop an, statt den ganzen Tag gelangweilt in seinem Laden zu sitzen und die fehlende Laufkundschaft zu beklagen? Warum schließen sich verschiedene Einzelhändler nicht in einem Ladenlokal zusammen, teilen sich die Miete und bieten durch sich ergänzende Produkte dem Kunden einen Mehrwert?
Kundenzufriedenheit ist immer noch die oberste Prämisse, nur die Wege haben sich geändert. Ist das nun schlimm oder ist es eine Chance?
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1000Sunny
30. April 2009 um 10:08 Uhr
Da hast Du 100% Recht. Die Sache hat einen kleinen Haken, der das ganze sogar noch ein bisschen zum Witz macht. Nämlich eben genau dann, wenn Du im Internet kaufst unterstützt Du oft die ganz kleinen Ladengeschäfte, die mittlerweile im Keller mehr Umsatz machen, als im Laden. Und Du unterstützt einen Bruch der Markenmacht durch Regalpräsenz und förderst damit die Vielfalt.
Scout z.B. wehrt sich deswegen massiv gegen den Verkauf im Internet:
“Immer wieder versuchen Markenfirmen, eBay-Händler zu boykottieren”, sagte der Rechtsanwalt des klagenden Verkäufers, Oliver Spieker, dem Blatt.
http://www.hsid.de/internethandel/blog/?p=639
Meiner Meinung bräuchte man jetzt nur noch eine technisch intelligente Lösung für Lebensmittel übers Internet und dann sind wird bei Zivilisation Online :)
1000Sunnys last blog post..FAQ zu Unschooling
1000Sunny
30. April 2009 um 10:11 Uhr
Eins noch: Mit jedem toten Einzelhandelsgeschäft steuern wir weiter auf ein bedingungsloses Grundeinkommen zu.
1000Sunnys last blog post..FAQ zu Unschooling
Petra
30. April 2009 um 10:14 Uhr
@1000Sunny: Wieso? Grundeinkommen? Toter Einzelhändler?
Andrea
30. April 2009 um 11:37 Uhr
Liebe Petra,
hast Du was vom “Longtail” gehört? “Dieser Effekt trifft insbesondere für den Musik- und Bücherverkauf zu, wo selten verkaufte Titel in einem konventionellen Verkaufsgeschäft zu hohe Kosten verursachen würden. Der Name leitet sich von der Ähnlichkeit der Verkaufsgrafik mit einem langen Schwanz ab.” (wikipedia)
Also, wenn Du online z.B. Bücher kaufst und vor allem nicht die Bestseller, kaufst Du womöglich einen Buch, dass nie im Leben sonst den Weg in deiner Buchhandlung gefunden hätte…
Das ist was 1000Sunny meint… aber dennoch, ich benütze die Online Bücherläden um meine Recherche zu machen, aber wenn ich online das Buch bekommen kann, so auch meine vertraute, super-kleine und wunderbare Buchhandel vor Ort. Da (hier im Ort) kann ich auch per Email einen Buch (sogar aus dem Ausland) bestellen (die aus dem Ausland brauchen ihre 1-2 Wochen Lieferzeit aber dt. bzw. standard ausländische Bücher brauchen nur 24 Stunden) und kann bei der nächste Bummel ins Ort abgeholt und bezahlt werden…
Meines Erachtens, sollte jede Einzelhändler einen Weg finden, sich auch zu digitalizieren, um seine Besonderheiten hervorzuheben, um sein “Longtail” zu präsentieren… (dazu kann man auch Blogs und Twitter sehr gut anwenden ;) ).
Andreas last blog post..vom frischen Gemuse…
1000Sunny
30. April 2009 um 12:36 Uhr
Der Zusammenhang ist vielleicht nicht sofort einleuchtend.
Nimm an (und da sind wir nicht mehr weit weg) Du schaffst es den kompletten Automobilfertigungsprozess (und generell den Maschinenbauprozess) zu automatisieren und zusätzlich noch die Kassen im Supermarkt (also Du fährst mit dem Einkaufswagen durch und alles ist berechnet). Als nächstes schafft man es Fertighäuser herzustellen, die qualitativ hochwertiger sind, als Massivhäuser. Und der Einzelhandel wird durch Plattformen wie Ebay ersetzt – Verkaufsgespräche durch Web2.0 ersetzt.
Mit jedem wegrationalisierten Arbeitsplatz stirbt ein Stück der Grundlage unserer Leistungsgesellschaft. Bald können wir nicht mehr den Wert eines Menschen über seinen Arbeitsvertrag bestimmen und auch nicht sein Recht auf gesellschaftliche Partizipation.
1000Sunnys last blog post..FAQ zu Unschooling
Petra
30. April 2009 um 12:44 Uhr
Ja, so in etwa hatte ich mir das gedacht. Und woher kommt das Geld für das Grundeinkommen? Aus einem veränderten Steuersystem, dass z.b jede Finanztransaktion besteuert statt des Arbeitseinkommens? Konsequent zu Ende gedacht macht es ja keinen Sinn mehr, die besteuerung auf dem Auslaufmodell ‘Arbeitseinkommen’ aufzusetzen.
1000Sunny
30. April 2009 um 13:31 Uhr
Nach dem letzten Modell vom GBE, das ich kenne, wird sie auf den Konsum draufgeschlagen (so wie jetzt auch – denn aktuell sind auch alle Erzeugungskosten im Produkt enthalten).
1000Sunnys last blog post..FAQ zu Unschooling
1000Sunny
30. April 2009 um 13:32 Uhr
Die Frage der Finanzierbarkeit habe ich hier beantwortet:
http://freiebildung.wordpress.com/2009/02/18/grundeinkommen-finanzierbarkeit/
1000Sunnys last blog post..FAQ zu Unschooling
Petra
30. April 2009 um 14:48 Uhr
@1000Sunny: Du hast in Deinem Artikel mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet :-) Ich dachte mehr so an ein handfestes Modell. Für den Volkswirt ist eh kein Untershied zwischen finanzierbar und produzierbar :-)
Chris
30. April 2009 um 16:06 Uhr
Ich kaufe letztlich gerade aufgrund meiner schlechten Erfahrungen im Einzelhandel fast nur noch online. Häufig schlecht oder gar nicht ausgebildetes = inkompetentes Verkaufspersonal und eine stetig wachsende Produktauswahl in allen Bereichen haben dazu geführt habe, dass man als informierter Verbraucher sowieso vorher alles selber recherchieren muss. Es sei denn die Produkte sind so geringwertig oder Waren des täglichen Bedarfs, so dass sich der Aufwand nicht lohnt.
Dem freundlichen alten Mann hinter dem Tresen würde ich sicher nicht einfach so ein Netbook abkaufen, mein Vertrauen in die Kompetenz des Einzelhandels ist nachhaltig gestört. Von den durch höhere Kosten bedingten höheren Ladenpreisen brauchen wir ganr nicht erst anfangen.
Meine Theorie: es dauert nicht mehr lange, dann bestellen wir auch Lebensmittel wie selbstverständlich online. Wir gut das funktioniert, konnten wir in den vergangenen 2 Jahren in USA und UK erleben. Dort bestellt man mittlerweise sogar Brot und Milch bei Amazon. Mysupermarket.co.uk vergleicht für mich nicht nur per Mausklick die Preise alle Supermarktketten sondern schlägt auf Wunsch auch gleich kalorienreduzierte Alternativen vor. So klickt man sich den Wochenendeinkauf in 5 Minuten zusammen, speichert die Einkaufsliste für nächste Woche und spart sich so jährlich mehrere Tage an Einkaufsstress, Suchen und Anstehen. Einziger Grund warum das in D noch nicht funktioniert sind fehlenden Vertriebswege und personelle Unflexibilität bei den Lieferzeiten. Aber irgendwann kommt der Tag an dem wir alles online kaufen, da bin ich sicher.
Petra
30. April 2009 um 16:14 Uhr
Und mit wem unterhält man sich dann beim, vor, nach dem Einkauf?. ich mußte gerade spontan an meine Generation70+ denken, die sich heute schon beklagt, dass alle mit dem Auto fahren und niemand mehr Zeit für ein Schwätzchen hat.
Petra
30. April 2009 um 16:15 Uhr
Online Einkaufen, die Lebensmittel werden gebracht, wie schön! Aber wie enttäuschend für die Kinder: kein Quengeln mehr nach Süßigkeiten, denn ich werde natürlich NACHTS einkaufen und zwar ganz ALLEINE! :-)
1000Sunny
1. Mai 2009 um 15:09 Uhr
@Chris
Danke für den Tipp mit MySupermarket – hoffentlich sind wir hier auch bald soweit. Einkaufen nervt total!!!!
@Petra
Was bieten denn die aktuellen BWL Bücher an, wenn wir in 5 Jahren nur noch 80% der Arbeitsplätze haben (und in 10 Jahren vielleicht sogar nur noch 50%) . Es ist doch sogar heute schon so, dass die Arbeitsplatzzahlen künstlich hoch gehalten werden indem wir exportieren wie die Weltmeister.