Ich kaufe kaum mehr etwas im sogenannten Einzelhandel.

Trolley
Creative Commons License photo credit: macieklew

  • Lebensmittel kaufe ich im Discounter,
  • Bücher bestelle ich im Internet oder kaufe im modernen Aquiariat
  • Kleidung kaufe ich im Internet oder beim Kleiderdiscounter
  • Schuhe kaufe ich bei einem Schuhdiscounter
  • Werkzeug kaufe ich beim Baumarkt
  • Elektro kaufe ich im Internet

Da wahrscheinlich nicht nur ich das so machen, schließen die kleinen Geschäfte und Boutiquen in der Innenstadt und die Ketten und Einkaufszentren boomen.

Allerdings kaufe ich nicht nur aus Preisgründen, sondern auch aus Zeitgründen viel von zu Hause aus. Dort kann ich abends in aller Ruhe auswählen und muss mir nicht den Samstagsstress in der Stadt an tun.

Was mir manchmal fehlt, ist die Beratung. So ein freundlicher, älterer Herr, der als Inhaber tagaus tagein hinter seiner Ladentheke steht, genau sein Produktsortiment kennt, zu jedem Teil mir glaubhaft etwas erzählen kann, mich gezielt nach meinen Bedürfnissen fragen kann und mir meine Kaufentscheidung schmackhaft macht.

Nichts finde ich unangebrachter als die Beratung im Discounter von kaugummikauenden Menschen, die an mir vorbei gucken, während sie sprechen, und denen aus allen Poren ihre Gleichgültigkeit tropft.

Dennoch födere ich mit meiner GeldOptimiererei genau diese Discounter oder gesichtslose OnlineShops. Aber ist das schlimm?

Denn jede Veränderung birgt auch eine Chance. Auch der Einzelhändler könnte, statt über den Käuferschwund und das Center auf der grünen Wiese zu jammern, einen onlineShop eröffnen und die Kunden eben dort abholen, wo er sie findet, nämlich zu Hause vor dem PC. Warum bietet der Weinhändler seine Weine nicht im onlineShop an, statt den ganzen Tag gelangweilt in seinem Laden zu sitzen und die fehlende Laufkundschaft zu beklagen? Warum schließen sich verschiedene Einzelhändler nicht in einem Ladenlokal zusammen, teilen sich die Miete und bieten durch sich ergänzende Produkte dem Kunden einen Mehrwert?

Kundenzufriedenheit ist immer noch die oberste Prämisse, nur die Wege haben sich geändert. Ist das nun schlimm oder ist es eine Chance?

keine verwandten Artikel