7 Berufe prägen eine Frau
Mein Maßstab ist immer die Hausarbeit.
Beide Partner arbeiten, beide wohnen zusammen.
Wer übernimmt welche Hausarbeit, wer koordiniert die Ausführung, wer ist der Chef?
Emanzipierte Frauen haben typischerweise auch emanzipierte Beziehungen und betonen, dass ihre Männer im Haushalt mithelfen.
“MITHELFEN”: damit ist doch schon klar, dass die Frau die Hauptarbeit übernimmt und der Mann ein bißchen staubsaugen darf.
In Phase 1 übernimmt die Frau die gesamte Hausarbeit noch zusätzlich zu ihrem Vollzeitjob. Sie wartet darauf, dass der Mann merkt, wie sie unter dieser Doppellast zusammenbricht, wie ihr der eigene Freiraum abhanden kommt, wie sie leidet. Doch nichts passiert.
Also wird jammernd Phase 2 eingeleitet: “Ich dachte, Du würdest auch mal was im Haushalt machen. Wir müssen uns die Arbeit teilen.” Ja, gut, denkt der Mann und wartet ab bis die Frau ihm die Hausarbeit zuteilt.
Der Mann saugt und bringt den Müll raus, die Frau macht die pingeligeren Arbeiten wie Bad putzen, Staub wischen, Wäsche.
Aber der Mann darf die Arbeiten nicht so ausführen, wie es ihm beliebt, sondern die Frau kontrolliert und mäkelt. Er darf die Arbeiten auch nicht so häufig ausführen, wie es ihm notwendig erscheint, sondern muss den Arbeitsrhythmus der Frau umsetzen. Also hat die Frau doch irgendwie den gesamten Haushalt am Bein mit einem Untergebenen, die sie permanent anleiten zu müssen glaubt.
In Phase3 eskaliert es. Der Mann führt die Arbeiten nicht zufriedenstellend aus, der Mann hat die Nörgelei satt und wirft die Broken hin: “Dann mach doch Deinen Kram allein!”
Kommt Besuch ist spätestens alles klar, wer hier der Haushaltschef ist und wer auch um keinen Preis der Welt dieser Herrscherrolle abgeben will:
die emanzipierte Frau!
Jetzt mal Hand aufs Herz: wer rennt und hetzt und wischt und richtet und dekoriert und deckt ein bis zuletzt wenn Besuch kommt bei Euch?
edit: hier noch eine schärfere Sichtweise von Alice Schwarzer im Interview!
edit: ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil seit ich den Bericht bei Frau Schussel gelesen habe…
Ähnliche Artikel:
Sieben Jobs täglich bewältigen wir berufstätigen Mütter im Minimum, das ist wirklich kein Grund sich zu verstecken. Organisation, Abstriche und Leichtigkeit sind notwendig, um nicht unterzugehen.
life42
29. April 2009 um 10:28 Uhr
Mann, gibt es echt noch Frauen, die so leben? Ich nicht *schulterzuck*
Petra
29. April 2009 um 10:52 Uhr
Ja, ich kenne viele, aber vielleicht sind es Einzelexemplare.?
partikelfg
29. April 2009 um 11:33 Uhr
Äh, ich!?! (aber nur wenn Besuch kommt) Ansonsten hat schon jeder so seine Aufgaben. Ich habe natürlich mehr am Hals, aber das ist mir Recht. Dann wird es so wie ich das will und an zeitlichen Verzögerungen bin ich selbst Schuld. Ich glaube nicht, das ich hier zu den Einzelexemplaren gehöre. Aber ich nörgel nicht meinen Liebsten voll bis der das Handtuch wirft. Ne, so doof bin ich dann auch nicht! ;-)
partikelfgs last blog post..Arbeitslos und Spaß dabei
Petra
29. April 2009 um 11:46 Uhr
@partikelfg: anfangs habe ich schon genörgelt, schön doof wie ich war. Es war ein Lernprozess, dass eben nicht alle so ordentlich aussieht wie ich es gerne hätte. Ich frage mich auch, ob zur Emanzipation wirklich die 50:50 Aufteilung der Hausarbeit gehört. Der eine macht Haushalt, der andere macht dafür vielleicht lieber Garten. Ich schmunzele nur immer ein bißchen über emanzipierte Frauen, die an ihre emanzipierte Beziehung glauben, nur weil ihr Mann ein bißchen staubsaugt :-)
Isla
30. April 2009 um 06:46 Uhr
Ich finde das sowieso irgendwie so eine Sache. Jeder in der Familie sollte doch mit anpacken – Emanzipation hin oder her.
Und jeder sollte das tun, was er gern tut und gut kann.
Wenn ich gut dekorieren kann und ich das Haus gern schön mache, wenn Besuch kommt, warum sollte ich das dann nicht auch tun. Ich glaube, dass Frauen da generell eh ein ‘besseres’ Gefühl und Auge für haben (und wohl auch ein größeres Interesse) – natürlich gibt’s da auch Ausnahmen.
Aber ich denke nicht, dass dass an der Emanzipation hängt, sondern an unserer Natur? ;-)
Islas last blog post..Learning-News
life42
30. April 2009 um 12:46 Uhr
an Isla: An die Frauennatur glaube ich nicht. An die Sozialisation zur Frau/Mann schon. Ich selbst bin wohl biologisch eine Frau, und kann die ganzen “Frauensachen” nicht leiden. Wieso nicht so: manche Menschen mögen das, andere das…
life42
30. April 2009 um 12:49 Uhr
an Petra: hmm, das kommt mir merkwürdig vor. Wie alt sind die denn? Und arbeiten sie wirklich gleich so viel, wie ihre Männer? Wenn ja, und sie machen trotzdem den Haushalt hauptsächlich alleine, dann finde ich das schon schräg. *seufz*
Isla
2. Mai 2009 um 13:53 Uhr
@life42: Ich glaube schon an eine Art Frauennatur.
Sonst hätte es sich nicht dazu hinentwickelt, dass es überhaupt soetwas wie ‘Rollen’ gibt.
Mann und Frau sind verschieden, denken verschieden, handeln verschieden.
Nicht ohne Grund bekommen sehr viele Frauen vor der Geburt einen ‘Nesttrieb’. Der ist ganz bestimmt nich anerzogen.
Was nicht heißt, dass diese ‘Triebe’ nicht unterschiedlich ausgeprägt sein können, und dass es Ausnahmen gibt.
Im Tierreich verhalten sich männliche und weiblich Tiere auch unterschiedlich und haben bestimmte ‘Aufgaben’.
Warum sollte das gerade bei uns Menschen anders sein?
Durch die Erziehung kann natürlich so einiges unterdrückt oder hervor gehoben werden, da gebe ich Dir recht.
Aber das geht in beiden Fällen (zur ‘Frau’ hin, oder von der ‘Frau’ weg.
Hoffe, das war jetzt nicht zu durcheinander.