VERhindern sicherlich nicht, aber ich würde eher sagen: BEhindert.

Andreaskreuz
Creative Commons License photo credit: ouzo2k7

Schule behindert das neugierige Lernen schon zwangsläufig deshalb, weil nach 45 Minuten der Lehrer gewechselt wird, und der Schüler sich auf ein neues Fach einstellen muss, wo der doch die Neuigkeiten des ersten Faches noch gar nicht zu Ende gedacht hat.

Ich lese mal wieder mein WachrüttelBuch (Das TeenagerBefreiungBuch), das behauptet, dass Schule das Lernen verhindert, durch

die Angst vor schlechten Noten

uninformierte Lehrer

langweilige Lehrmethoden

unaufmerksame Kinder

sauerstoffarme Klassenzimmer

Die Lösung sieht das Buch darin, dass die Kinder ohne Schule ungehindert und befreit Lernen können.

Soweit so gut.

Die aufgeführten Punkte sind ja so schlicht, dass man ihnen zustimmen muss, ob man will oder nicht. Aber lernen Kinder wirklich freiwillig und ist das die Lösung? Und sind die Behinderungen durch die Angst vor Noten wirklich so stark?

Sicherlich interessieren sich Kinder ohne Ende für alle möglichen Themen, sie verfolgen sie, aber sie verlieren auch genauso schnell wieder die Lust. In Freiheit würden sie diese Themen dann niemals bis zum Ende denken, sondern schon wieder zum nächsten Thema springen. Ich bezweifle, dass mit diesem Vorgehen eine umfassende Bildung erreicht wird.

Unsere Kinder besuchen eine Grundschule, die den Kindern einen großen Freiraum zum WARUM-Fragen bietet, Kinder können sich die Lerninhalte innerhalb einer Woche selber zusammensuchen, die Abarbeitung selbständig über die Wochentage verteilen, Vorlieben ausleben.

Aber es gibt Kinder, die fragen nicht WARUM?, die haben keine Vorlieben, die sitzen stumpf vor ihren Aufgaben und artikulieren keine Interessen.

Diese Kinder darf man doch nicht einfach ausblenden und nur von den aufgeweckten Kindern ausgehen und diese zum Maßstab nehmen. Für diese Kinder ermöglicht Schule das Lernen erstmalig.

ich bin kein Freund von Lehrern, aber vom Lernen. Das einzige was ich unseren Kindern mitgeben kann, ist die Neugierde auf die Welt und eine umfassende Allgemeinbildung.

Auch sind mir die Mängel in der Schule wohl bewußt, aber ich kenne leider soviele Kinder, die auch in Freiheit keine, aber auch gar keine Anstalten machen, Dinge zu hinterfragen.

Wenn ich unsere Kinder so beobachte, dann glaube ich, dass die größte Verhinderung darin besteht, dass die Kinder um kurz vor acht bereits aufnahmebereit sien müssen. Laßt doch die Schule erst um 9 anfangen, dann würde die Leistungsbereitschaft vieler Kinder spontan steigen!!

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