Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Ich lese mal wieder in diesem furchtbaren Buch (Das Teenager Befreiungs Handbuch) :-)

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Bei jedem Satz, den man liest, vergleicht man sofort mit den eigenen Schulerlebnissen oder der aktuellen Schuleindrücke der Kinder.
Ja, ja, ja, Schule erstickt, aber zuviel Freiheit auch.
Wahr ist allerdings auch, dass man im bestehenden System zu sehr verhaftet ist. Obwohl die Kinder ungerne zur Schule gehen, sich auf die Freitag nachmittage und die Wochenenden freuen und in den Ferien regelrecht aufblühen, habe ich den Schritt eines Schulausstiegs nie zu Ende gedacht.
Wir haben immer schon mit anderen Eltern darüber gesprochen, wie man die Ausbildung verbessern könnte und in weniger Zeit effizienter und lustvoller arbeiten könnte, damit mehr freie Zeit bliebe. Auch die Idee eines Privatlehrers haben wir immer mal wieder angesprochen, durchdacht, aber nie umgesetzt.
Das Kind geht halt in die Schule. Fertig.
Schule bemüht sich durch Projektarbeit, den Kindern freie Gestaltung beim Erarbeiten von Lernstoff zu lassen. Schule bemüht sich durch Referate die Kinder in den Unterricht einzubeziehen. Aber Schule hat auch das Problem, dass die Klassenstärke bei 32 Kindern liegt im Gymnasium und die Lehrer mehr Löwenbändigern denn Ausbildern gleichen.
Durch dieses Buch angeheizt mache ich mir viele Gedanken, wie ich die kindliche Neugierde so anheizen kann, dass auch der Schulstoff reizvoll wird. Ein Beispiel ist unser Lateinunterricht. Gestern habe ich die o- und a-Deklination gelernt und es hat richtig Spaß gemacht. Kind2 hat Kind1 und mich abgefragt, wir haben eine tolle Internetseite dazu gefunden und plötzlich begann Latein zu leben.
Um den Spaß zu behalten ist es glaube ich hilfreich, Lernen und Schule nicht gleichzusetzen. Lernen, entdecken, kombinieren, schlußfolgern tut man schließlich den ganzen Tag lang!
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Andrea
3. November 2008 um 13:29 Uhr
Das nehme ich heute mit:
Lernen und Schule nicht gleichsetzen!
(Wenn sie nicht gleichzusetzen sind, bilden sie dann eine Hierarchie?)
Heute habe ich, glaube ich, ein neues Buch gefunden, den ich irgendwann lesen möchte: Home Education in Deutschland: Hintergründe – Praxis – Entwicklung
Andreas last blog post..Wo sitzt das Fett?
Petra
3. November 2008 um 13:55 Uhr
Schule ist Institution, so wie Glauben und Kirche ja auch nicht zwingend zusammen gehören und aus meiner Sicht schon gar nicht hierarisch sind. Lernen beginnt bereits morgens, wenn Kind4 lernt, wie man aus einem Quadrat (Toastbrot) zwei Dreiecke hervorzaubert mit nur einm Schnitt. Kind3 erzeugt durch weitere Schnitte noch mehr dreiecke, und man benötigt vier Toastdreiecke für ein Quadrat, wenn man die Spitzen zueinanderlegt. Toll oder?
1000Sunny
3. November 2008 um 13:56 Uhr
Zu viel Freiheit – das habe ich schon oft gehört. Ich habe immer nur den Kopf geschüttelt – unverständig. Ich habe mir aber auch nie die Zeit genommen, dann darüber zu diskutieren, was damit gemeint ist. Ich wäre also sehr interessiert (wenn Sie es mir denn auseinandersetzen wollen), was zu viel Freiheit eigentlich bedeutet. (Aber nicht vergessen, Sie erklären es einem Sartre und Schiller Anhänger :) )
1000Sunnys last blog post..Niemals mit Fremden sprechen!!! — Wirklich – oder doch nicht ????
Petra
3. November 2008 um 14:07 Uhr
@1000Sunny: l’enfer c’est les autres. gerade die Höllenqualen auf dem Weg zur eigenen Freiheit kennt doch der SartreAnhänger :-). Aber jetzt mal ernst: ich erlebe, dass Kinder grenzen brauchen, an denen sie sich reiben können, an denen sie sich auch mal anlehnen können, an denen entlang oder gegen die sie ihren eigenen Weg finden. Ohne Grenzen (in diesem Sinne meinte ich ‘zuviel Freiheit’) läuft es aus dem Ruder, das Kind ist hilf- und haltlos.
Andrea
3. November 2008 um 14:49 Uhr
Aber was sind Grenzen? Meine Tochter erlebte das “Vorwärtskommen” vor etwa 8 Monate als große Grenze… jetzt läuft sie einwandfrei.
Müssen Grenzen immer nur die “Von-Außen-Auferlegte” sein? Haben Kinder nicht natürlich Grenzen?
Auch der Familiensituation samt Finanzlage der Eltern bringen Grenzen, Kultur, Temprament… ach. Wer ist frei von alledem?
Entscheidend in meinen Augen ist nicht “die Grenze” sondern der Umgang damit. Hört die Welt dort auf? Oder geht es dahinter weiter?
Kinder, die nicht zur Schule gehen und auch nicht geschult werden zu Hause stossen auch an Grenzen, eben andere Grenzen, wie Schulkinder.
Andreas last blog post..Wo sitzt das Fett?
Andrea
3. November 2008 um 14:55 Uhr
In der englische Ausgabe vom oben genannte Buch gibt es eine reiche Literaturliste. Darunter war Dove von Robin Lee Graham.
Bei Amazon steht: In 1965, 16 year-old Robin Lee Graham began a solo, around-the-world voyage from San Pedro, California in a 24ft sloop. Five years and 33,000 miles later he returned home with a wife and daughter. This book recounts the extraordinary adventures and experiences of the journey.
Ich hab es gelesen: steht voll mit Grenzerfahrungen, die begegnet werden wollen und gemeistert werden mussen.
Andreas last blog post..Wo sitzt das Fett?
Réka
3. November 2008 um 17:24 Uhr
Grenzen sind auch meiner Meinung nach nötig. Schulen neigen aber dazu, viele unnötige und irrationale Grenzen zu schaffen, und das führt oft dazu, dass Kinder auch die notwendigen Grenzen nicht respektieren. Manchmal scheinen die Regeln der Schule wichtiger zu sein als „Gesetz und Tugend“. Als ich die Grundschule besuchte, bekamen einige Mitschüler „Schriftliche Warnung Stufe 2“ (Entschuldigung, ich kann es nicht besser übersetzen.) wegen Ladendiebstahl. Wer in der Großpause nicht auf den Schulhof gehen wollte, wurde ebenso mit „Schriftliche Warnung Stufe 2“ gedroht. Das fand man schon mit 13 lächerlich.
Rékas last blog post..Umweltschutz: immer wichtig, nie dringend
1000Sunny
3. November 2008 um 20:11 Uhr
Die Freiheit ist wirklich das allerschwerste. Aber ich glaube, das ist das einzige, was man sein muss (zur Freiheit gezwungen – da verwickeln wir uns jetzt wohl in Paradoxa) :)
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Zu den Grenzen wäre es jetzt interessant:
1.) Was für “gute” Grenzen, die Schule denn setzt, die die Kinder nicht ohnehin im wirklichen Leben auch bekommen.
2.) Wie gut bekommen sie diese Grenzen dort vermittelt – im Sinne von Regel-Kontrolle-Strafe, oder gut begründet?
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Folgende Regeln kenne ich von Schulen:
1.) Nicht Kaugummi kauen
2.) Nicht miteinander reden
3.) Nicht lärmen
4.) Nicht über die Gänge laufen
5.) Still sitzen im Unterricht
6.) Nicht fremdbeschäftigen (z.B. unter der Bank lesen)
7.) Nicht auf dem Schulhof mit dem Fahrrad fahren
Die finde ich alle schädlich – und unnütz.
l’enfer, c’est les autres (habe ich leider noch nicht gelesen) – aber ich glaube, es ist eine Situation, wo man mit anderen Menschen zusammengesperrt ist.
@Réka
Zu diesen Schulgrenzen habe ich auch mal eine Geschichte von einem Schüler auf meinem Blog festhalten dürfen:
http://freiebildung.wordpress.com/2008/09/24/resumee-1-woche-schule-2-verscharfte-fur-widerstand-gegen-die-gehirnwasche-und-humor/
1000Sunnys last blog post..Niemals mit Fremden sprechen!!! — Wirklich – oder doch nicht ????
Andrea
3. November 2008 um 20:12 Uhr
@ Petra
Der Vergleich: Glaube ist zu Kirche wie Lernen ist zur Schule hingt.
Aus der Kirche darf man austreten.
Andreas last blog post..Wo sitzt das Fett?
1000Sunny
3. November 2008 um 20:49 Uhr
Und Kirche hat man nach einer Stunde pro Woche hinter sich. Aber die Relation: “Institution-Sache um die es geht” stimmt.
1000Sunnys last blog post..Niemals mit Fremden sprechen!!! — Wirklich – oder doch nicht ????