Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Hier läuft doch irgend etwas falsch in den ganzen Diskussionen um ‘Frau und Karriere’. Polarisiert wird zwischen Erwerbstätigkeit und Hausfrau sein. Das erste findet volle gesellschaftliche Unterstützung, das zweite wirkt deklassierend. Warum geben sich Frauen dieser Abwertung ihrer häuslichen Tätigkeiten hin? Wo ist die Revolte?

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Zum Vergleich:
Man stelle für die häuslichen Tätigkeiten eine Erzieherin (brutto Vollzeit 1604 EUR) und eine Hauswirtschafterin (brutto Vollzeit 1446 EUR) ein.
Die bisher arbeitslose Erzieherin wird von ihren Freunden beglückwünscht, endlich eine Stelle in einem Haushalt gefunden zu haben und wird von ihrer anstrengenden Tätigkeit berichten, wie sie denn die vier Kinder altersgerecht erzieht.
Die bisher langzeitarbeitslose Hauswirtschafterin wird von ihren Freunden beglückwünscht, endlich eine Stelle in einem Haushalt gefunden zu haben und wird von ihrer anstrengenden Tätigkeit berichten, wie sie den Haushalt einer 6-köpfigen Familie regelt, wie sie mit den unterschiedlichen Essenszeiten fertig wird und wie sie die Lautstärke aushält.
Die Erzieherin und die Hauswirtschafterin wären durch die Anstellung in meinem Haushalt auf der Leiter der gesellschaftlichen Anerkennung deutlich nach oben geklettert.
Und ICH? Welche Wertschätzung habe ich erfahren, als ich eine zeitlang diese beiden Berufe als ‘Nur-Hausfrau’ in einer Person ausführte?
Keine, nur die ernüchternde Frage : “Und wann gehst DU wieder ARBEITEN?”
Warum wird diese Arbeit so unterschiedlich gesellschaftlich bewertet, je nach dem ob sie bezahlt wird oder nicht? Ich kann es nicht beantworten.
Aber ich habe zwei Ideen:
Warum mache ICH mich nicht selbständig und biete meinem Mann/Lebensgefährten haushaltsnahe Dienstleistungen an wie erziehen, waschen, putzen. Monatlich schreibe ICH Rechnungen, die mein Mann/Lebensgefährte überweisen muss und dann steuerlich geltend machen kann (§ 35a Absatz 2 EStG).
Oder warum lassen ICH mich nicht offiziell von meinem Mann als Haushaltshilfe anstellen? So richtig mit Lohnsteuerkarte und Sozialversicherungspflicht, damit wir auch das leidige Thema mit der Rente los sind. Mein Mann kann meine Lohn von der Steuer absetzen (§35a Abs.1 Nr.2 EStG).
Ich denke, es wird Zeit umzudenken: wenn wir es nicht tun, wer dann?
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Fabi
14. Oktober 2008 um 15:31 Uhr
Ich finde das auch total furchtbar. Wenn mich Leute fragen, was ich später mal machen möchte und ich sage: “Na ja, wenn Kinder da sind, möchte ich gerne die ersten Jahre zu Hause bleiben!” Dann werde ich sofort als faul abgestempelt. Egal, wie sauber dann mein Haushalt ist etc. Es wird immer heißen: Du hast ja auch die Zeit dazu. Natürlich…ich möchte 4 Kinder…da hat man, wenn die Kinder noch klein sind, natürlich den ganzen Tag Zeit um den Haushalt zu schmeißen…
Mich ärgert so was sehr. Und ich rege mich jeden Tag aufs Neue auf…vielleicht sollte der Staat Müttern, die wirklich auch Arbeit zu Hause leisten, einen Lohn zahlen? Und nicht nur das Kindergeld?!
Petra
14. Oktober 2008 um 16:48 Uhr
Tja, das wird ja immer wieder gefordert, aber Geld alleine macht nicht glücklich, und ich befürchte, dass dann die HAusfrau noch mehr verachtet wird, weil dann auch noch der Neid hinzukommt. Warum ist Haushalt und Kindererziehung ein Ausbildungsberuf, aber wenn es die Mutter selber ausübt ist es plötzlich kein Beruf mehr, sondern nur noch ‘auf der faulen Haut liegen’?
Fabi
14. Oktober 2008 um 21:42 Uhr
Das frage ich mich so oft. Früher (O-Ton meiner Oma) war das anders. Man wurde Mutter und es war selbstverständlich zu Hause zu bleiben. Vielleicht haben viele Frauen ohne Kinder Angst, dann wieder auf den Hausfrauenstand zu müssen. Also, nicht mehr arbeiten gehen zu dürfen ohne doof angeguckt zu werden. Da haben sie es sich so hart erkämpft, und dann kommen Frauen wie ich, die den Erfolg nicht ausnutzen. Vielleicht macht das Angst?!