Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Es gibt leider Menschen, die können weder lesen noch schreiben.

photo credit: dierk schaefer
So z.B. der Manni. Der Manni ist LKW-Fahrer und wir wissen alle nicht, wie er seinen Führerschein bestehen konnte, ohne lesen zu können. Allerdings wußten wir lange Zeit nicht, dass er nicht lesen kann, der er hat sich nicht gertraut, es zu erzählen. Er hatte Angst, dass er dann die Stelle nicht bekommt.
Erst als er mit einem mit Sand beladenen LKW eine Brücke zerstörte, die mit rotem Schild auf das zulässige Tonnengewicht hinwies, er aber einfach weiterfuhr und sich damit fast umbrachte, da wußten wir es.
Der Manni mußte also Aufgaben bekommen, bei denen er nicht lesen mußte. Lastwagenfahrer warten ja den lieben langen Tag darauf, dass ihr Lastwagen endlich beladen ist, der Sand endlich alle wird, der Bagger endlich ans baggern kommt. Was machen sie in der Zwischenzeit? Quatschen.
Und dabei stellte sich Mannis unendlicher Charme heraus. Jede Frau konnte er bezirzen, um den Finger wickeln, einlullen. Ein unermeßlicher Wert, der sich damit auftat. Denn auf jeder Baustelle wird schonmal das Eigentum der Anwohner ramponiert. Da fährt der Bagger den Zaun um, dort drückt der Sand den Rasen platt.
Aber dann kam Manni, hatte ne Flasche Wein dabei und war charmant. Ich möchte nicht wissen, wie oft er die Anwohnerin durch Handauflegen beruhigt hat, aber wenn Manni zurückkam, durften wir den Sand liegen lassen, konnten wir den Zaun gerne umdrücken, wenn wir ihn denn erneuern, störte der Baum die Anwohner schon seit längerer Zeit. Einfach genial!
Seine Leseschwäche hat er bis heute, aber er hat seine Chance genutzt, kam weg vom Suff und hat den Polier zu ganz neuen pädagogischen Höhenflügen verleitet: im stinkenden Bauwagen konnte man hören, wie Polier und Manni zusammen Zeitunglesen geübt haben!
Weitere Plädoyers:
Jeder hat das Recht auf eine Chance!
Jeder hat das Recht auf eine Chance: ohne Sonderschulabschluss
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buchstaeblich
12. Oktober 2008 um 22:44 Uhr
Selbst als Buchstabenfanatöse räume ich ein, dass Buchstaben nicht alles im Leben sind. Und das will etwas heißen.
Petra
13. Oktober 2008 um 21:56 Uhr
Mein Leben wäre arm ohne Buchstaben und Wörter, aber diesen Menschen fehlt nix. Hauptsache ihnen fällt der Himmel nicht auf den Kopf: das ist für mich eine unvorstellbare Welt…