Wie gehe ich mit meinen Mitarbeitern um? Egal, wo ich hinkomme, erzählen die Mitarbeiter beim Mittagessen über ihre innere Kündigung. Von Mitarbeiterführung keine Spur, Personeinsparungen führen zu enormen Mehrbelastungen bei den restlichen Mitarbeitern. Überstunden werden per Anordnung gestrichen, Urlaube müssen verschoben werden.

3D Team Leadership Arrow Concept
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Motiviere ich so meine Mitarbeiter? Kostendruck hin oder her, den haben wir alle, aber dieser betriebswirtschaftlich engstirnige Blick, der nur die gebuchten Kosten, aber nicht die Motivation hinter dem einzelnen Mitarbeiter sieht, macht die Betriebe kaputt. Dann haben sie zwar keine Kosten mehr, aber auch keine Produkte, die sie verkaufen können. Aber dieser Weitblick fehlt.

Wenn ein Mitarbeiter motiviert ist, engagiert er sich mit 120%, guckt nicht immer auf die Uhr, macht auch gerne mal eine Überstunden ohne sie aufzuschreiben. Wenn ein Mitarbeiter demotiviert ist, arbeitet er nur mit 80% seiner Kapazität, ist häufig krank und schreibt akribisch auf, wenn er mal eine Minute länger bleiben mußte.

Beide Mitarbeiter kosten das Unternehmen gleich viel Geld. Wenn ich also jetzt meine Kosten und Erlöse optimieren muss, dann versuche ich doch erstmal mit den vorhanden Ressourcen (nämlich meinen Mitarbeitern) die Kapazität auf 120% zu erhöhen, anstatt einen Mitarbeiter zu 100% zu bezahlen und nur max. 80% Leistung zu erhalten.

Und diese so simple Logik wird überall mit Füßen getreten. Damit verliert nicht nur das Unternehmen, sondern auch der Mitarbeiter, dessen Frust sich bis in die Familie und Freundeskreis hineinzieht.

Muss das denn sein?

Die Mitarbeiter selber geben Kleinigkeiten an, die ihnen wichtig wären, die nichts kosten, außer ein bißchen Menschenfreundlichkeit, Höflichkeit und Interesse:

  • Mitarbeiter möchen für gute Leistungen ein ‚DANKE‘ hören und ein kleines Lob
  • Mitarbeiter möchten bei schlechter Leistung geschult werden, wie sie die Leistung verbessern können, statt nur angemotzt zu werden
  • Mitarbeiter mögen es gerne, wenn man sich montags nach ihrem Wochenende erkundigt
  • Mitarbeiter mögen es gerne, wenn man sich nach kranken Angehörigen erkundigt
  • Mitarbeiter mögen es gerne, wenn man über die Fußballergebnisse ihrer Vereine informiert ist
  • Mitarbeiter möchten gerne über die Ziele des Unternehmens informiert werden, bevor sie in der Zeitung zu lesen sind
  • Mitarbeiter möchten fortgebildet werden, bevor man ihnen neue Aufgabengebiete überträgt
  • Mitarbeiter möchten nicht wie unpersönliche Personalnummern behandelt werden
  • Das alles zu leisten, macht für mich eine Führungspersönlichkeit aus, der ich Managementqualitäten zuspreche. Aber der Werteverfall macht auch bei der Mitarbeiterführung nicht halt und wenn man diese Grundwerte nicht gelernt hat, können sie auch durch kein noch so teures Managerseminar künstlich antrainiert werden.

    Wo soll das noch alles hinführen?