Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Natürlich schalten wir für diesen einen Monat nicht unser normales Leben aus. Es werden also Kosten anfallen, die bei echter Arbeitslosigkeit wegfallen würden. Wie gehen wir damit um?

photo credit: alvy
So z.B. meine Fahrten zum Kunden. Die Kosten dieser Autofahrten und Diesel bezahle ich aus einem ganz anderen Geldtopf, der nichts mit HarzIV zu tun hat. Denn ohne Aufträge würde ja auch der Diesel nicht anfallen und wir könnten das Auto abschaffen.
So z.B. beim Kochen: wenn ich den ganzen Tag zu Hause wäre, würde ich natürlich viel mehr selber machen: Teig für Pizza, Teig für Nudeln, Brot selber backen, Gemüse im Garten anpflanzen etc. Da ich aber nicht zu Hause bin, werden wir also Dinge kaufen müssen, die wir bei echtem HarzIV günstiger bekämen. Wir verbrauchen also mehr als notwendig wäre. Das muss aber erstmal der Harz IV-Topf aushalten.
So z.B. beim Einkaufen: wenn ich den ganzen Tag zu Hause wäre, würde ich in verschiedenen Supermärkten die Sonderangebote kaufen, statt nur in einem Laden alles einzukaufen. Dazu habe ich aber keine Zeit, deshalb werden wir auch beim Einkaufen etwas mehr Geld ausgeben als mit echtem Harz IV. Aber auch das muss der Harz IV-Topf aushalten. Dafür wird es keine Sonderzuschüsse an Geld geben.
So z.B. beim Anziehen: sollte ich in diesem Monat wider erwarten eine neue “Arbeitsmontur” benötigen, dann würde ich diese Kleidung aus einem extra-Topf bezahlen, der nichts mir Harz-IV zu tun hat, denn diese Kleidung kaufe ich nicht, wenn ich keine Aufträge mehr habe. Reinigungskosten fallen keine an, da ich alle Berufskleidung selber wasche.
So z.B. bei den Zeitschriften: ich werde meine Fachzeitschriften natürlich nicht für einen Monat kündigen. Diese Kosten werden aber, obwohl arbeitsbedingt, aus dem Harz IV-Topf bezahlt, denn selbst wenn ich arbeitslos bin muss ich mich ja weiterbilden, um den Wiedereinstieg zu schaffen.
Ich denke, so ist die Rechnung einigermaßen sauber und unverfälscht.
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Mirko
30. August 2008 um 15:47 Uhr
Ich weiß nicht, ob es redundant ist, was ich sage:
Ich würde alles detailliert aufschreiben und bei den grenzwertigen Themen am Ende gucken, wie es aussieht.
Essen: X hätten wir gedurft, 1,3*X haben wir gebraucht, “guuut, wenn es dann drauf ankäme, unter berücksichtigung der bereits genannten Probleme diesbezüglich: geht okay”.
PS: Ist das fehlende ‘t’ bei Har z absicht?
Petra
30. August 2008 um 17:49 Uhr
@Mirko: das fehlende T ist keine Absicht, sondern copy and paste-Dummheit. Danke für den Hinweis :-)
CashBlog
31. August 2008 um 11:37 Uhr
Die Rechnung ist soweit sauber, jedenfalls best möglich angepasst für ein Experiment.
Aber ein Anmerkung zu den Sonderangeboten, die du dann vermehrt in mehreren Supermärkten kaufen würdest. Viele unterschätzen hier, das das herumfahren mit dem Auto, die Einsparung weg machen können, die man durch Sonderangebote einspart. ;)
CashBlogs last blog post..Hinweis, Gastartikel erschienen
Petra
31. August 2008 um 18:48 Uhr
@cashblog: bei uns sind die Läden alle fußläufig entfernt. Die Logistikkosten daher zu vernachlässigen.
Sabine
12. April 2010 um 14:44 Uhr
Wenn man sich das alles mal so ansieht, ist es schon interessant, wofür die ganzen Kosten täglich anfallen (könnten). Das mit den Sonderangeboten seh ich allerdings genauso wie cashblogs; man sollte definitiv vergleichen, wo etwas billiger ist, aber nicht jedes Angebot “auf Teufel komm raus” ausnutzen. Wenn man sich einen strikten Wochenplan macht und vorab überlegt, was man kocht und dazu benötigt, schafft man es meist leicht, einmal pro Woche günstig und vorausschauend einzukaufen. Ich habe zum Beispiel ein Kochbuch, in dem Rezepte stehen, deren Grundzutaten für zwei verschiedene Gerichte enthalten; also aus dem Rest des einen macht man ein anderes (z.B. Nudeln / Auflauf; Gemüsebeilage / Eintopf etc). So bleibt nichts über und man kann das zweite Gericht entweder am nächsten Tag essen oder mit zur Arbeit nehmen / geben und so weiter. Wenn man seine Finanzen plant, sollte das eigentlich bei jedem einigermaßen hinkommen, glaub ich!
Petra
12. April 2010 um 14:49 Uhr
@Sabine: herzlich willkommen! Du triffst einen aus meiner Sicht wichtigen Punkt: PLANEN. Und genau daran scheitert es bei vielen, nicht nur Menschen mit wenig Geld, aber die spüren den organisatorischen Mangel am ehesten. Wer seine Finanzen und seine Ausgaben plant, der kommt zurecht, die anderen eben nicht. Das würde aber bedeuten, dass der Hartz IV Regelsatz so hoch sein könnte wie er wollte, die Bezieher des Geldes, die nicht planen können, werden immer zu wenig Geld haben. Also müßte man das Planen trainieren und nicht die Regelsätze erhöhen. Oder?
Sabine
14. April 2010 um 10:10 Uhr
Da hast du absolut Recht! Im Prinzip scheitert es tatsächlich letztendlich daran! Ich habe mal einen Bericht darüber gesehen, in dem es darum ging, ob Hartz-IV-Empfänger mit mehr Geld besser auskommen und gesünder leben würden und “vermögende Leute” mit weniger schlechter. Und das Resultat: Die Hartz-IV-Empfänger sind nicht besser ausgekommen, sondern haben das Geld in genauso schlechte (ungesunde) Dinge investiert und haben nicht gesünder gelebt. Die anderen, die genau geplant und mit Voraussicht versucht haben, gesund und wirtschaftlich zu leben, haben es auch mit knappem Budget hinbekommen! Also sollte man wohl wirklich besser eine Planungs-Schulung anbieten, wenn das möglich wäre, als einfach die Sätze zu erhöhen…