Karriereberatung: 7 Berufe prägen eine Frau
Manchmal stoße ich an die Grenzen meiner sieben Parallelwelten. Tagsüber als Unternehmerin bin ich gewohnt, dass Projektpläne eingehalten werden, zum Meeting alle Teilnehmer pünktlich erscheinen, verteilte Aufgaben zum vereinbarten Zeitpunkt fertiggestellt sind.

photo credit: ClevelandSGS
Mit diesem Erfahrungsschatz komme ich abends als Erzieherin nach Hause und versuche die Kinder ins Bett zu bringen. Die Vereinbarung ist eigentlich klar:
20:30 Uhr ab in die Kinderzimmer und Schlafanzug anziehen
dann Zähne putzen
dann Füße waschen
20:45 Uhr im Bett liegen und lesen
21:15 Uhr Licht aus
(dieser Artikel erntet gerade hämisches Grinsen von Kind1)
Für mich ist dieser Zeitplan unmissverständlich, aber er wird NIE eingehalten.
Nicht das darüber diskutiert würde. Nein, er wird subtiler unterlaufen. Es wird getrödelt und getobt, die Zahnpaste ist plötzlich leer, das Wasser in der Wanne ist wahlweise zu heiß oder zu kalt, der Mond scheint zu hell, im Zimmer ist es zu warm. Nette Hinweise auf die Zeitüberschreitung werden ignoriert, nur Zeitansagen im Kasernenton werden überhaupt wahrgenommen.
Liegen dann endlich alle geküßt im Bett, beginnt der Terror nach kurzem Durchatmen erneut: die Nase ist verstopft und es wird dringend Nasenspray benötigt, eine allerletzte dringende Frage muss gestellt werden: „Woher weißt Du, dass die große Oma wirklich im Himmel ist?“, „Wieso wurde Jesus ans Kreuz genagelt“, „Wo kommt die Luft hin, die ich einatme?“ und andere weltumfassende Fragen. Oder plötzliche Verdurstungsanfälle treten auf, so dass dringend nochmal etwas getrunken werden muss. Oder der Fuß juckt, oder die Gardine ist schief, oder ein Gespenst ist im Zimmer oder oder oder oder oder oder…….
Ich komme mit meinen Erfahrungen aus der Ablauforganisation einfach nicht dagegen an. Offensichtlich bin ich hier dem absoluten Wahnsinn begegnet: wie gut, dass Kinder mir immer wieder meine Grenzen aufzeigen und wie gut, dass nach jedem Abend wieder ein wohlstrukturierter Arbeitstag beginnt :-)
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Frank
23. Juli 2008 um 23:22 Uhr
Nun ja aus eigener Erfahrung würde ich spontan sagen, bei mir hat es die Regelmäßigkeit gebracht. Mein Kind weiß, der Papa liest eine Geschichte vor, dann darf ich noch ein bisschen das Buch anschauen und dann schläft es eigentlich. Sicher ab und an, aber ehr selten gibts dein oben beschriebenes Problem, aber das ist wirklich die Ausnahme.
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Petra
24. Juli 2008 um 11:06 Uhr
@Frank: ich fürchte, dass es die Menge an Kindern ist, die sich gegenseitig anstacheln. Gemeinsam vorlesen habe ich auch schon probiert, aber das Buchniveau ist zu unterschiedlich.
Frank
26. Juli 2008 um 23:15 Uhr
Eine Möglichkeit wäre noch, sie nacheinander ins Bett gehen zu lassen. Funktioniert aber nur, denke ich jeden Falls, wenn der Alterunterschied groß genug ist. Nachteil, Kinder haben es nicht so sehr mit Rücksicht. ;)
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